seid nicht still

von wolkenbeobachterin

die worte sind verwundet, immer noch. unruhig gehen sie umher, wollen ins freie, doch unterwegs bricht ihnen oft die kraft weg. ein hörbares japsen im innern, das bedürfnis sich mitzuteilen. trotz allem aufstehende, die nicht aufhören wollen, nicht schweigen wollen. müde wirken sie, ihr rufen wird zunehmend leiser, doch es verstummt nicht. der austausch an inneren schwellen. gespräche, die nicht auf dem papier stattfinden. innere dialoge. sprechversuche. worte, die innerhalb und über grenzen gehen, wissen wollen, sagen wollen, worte, die sich wandeln, erneuern, stärken, zurück laufen und wieder los. können wir hier? wenigstens hier sagen, was wir? ja, sage ich ermutigend. sprecht. seid nicht still. wirklich?, fragen sie ungläubig. wirklich, sage ich. ich höre euch. ich fühle euch. und ich will wissen, was ihr mitzuteilen habt. und auch eure fragen will ich wissen.

© mp
tagebuchnotizen, 30.01.2022