ameisen im kirschblütenhaufen

schreiben als antwort aufs schweigen

Kategorie: Lyrisches

heut‘ gibt es nichts zu lesen

nichts,
absolut nichts,
rein gar nichts,
überhaupt nichts,
kein bisschen,
niente,
null,
zero.

 

© mp

aufgeräumt im kopf

mit einem besen fege ich
meine gedanken durch den kopf
zu den ohren & zum mund heraus
bis alles leergefegt ist und ich
denke: was denke ich eigentlich?
wo sind meine gedanken?
wieso ist es so still in meinem kopf?
was hat die gedanken gemacht?
was hat sie weggemacht?
ist alles leer und leicht?
gut!
der kopf ist frei!
die gedanken sind frei.
jetzt ist wieder platz für neue.

© mp

über.wunden

wie das
was hinter dir liegt
immer kleiner wird
& manches daraus
noch hervorragt
& kitzelt
oder sticht

© mp

bewegungen

die liebe ist ein tanz
aus nähe und distanz

doch ausgewogen
soll er sein

sonst geht die liebe ein

© mp

träumen

das licht ist ausgeknipst
die nacht beginnt und wischt
den schlaf uns in den körper
die katzen liegen neben mir
& schlafen friedlich
beieinander liegen wir
körper an körper an körper
traum reiht sich an traum an traum
wir sind eine landschaft aus wärme

© mp

Was möchte ich behalten?

Möcht mich behalten
im Verschenken,
& gute Gedanken
denken.
Möcht mein Lachen gerne
teilen,
möge uns das Glück
ereilen.
Möchte fröhlich sein und
bleiben,
Düstres, wenn ich kann,
vertreiben.
Möcht nur, was ich
brauch, behalten,
& das Leben schön gestalten.
Möchte Kummer überwinden
ja & weiter tief empfinden.
Möchte dichten, Prosa
schreiben,
& des Lebens Freundin
bleiben.

© mp

(Dies ist ein Antwortgedicht auf Maribeys Frage: Was möchtest Du behalten?) https://mbeyersreuber.wordpress.com/2017/04/13/13-april-4/

augen.blicke

ich schreib dein gesicht
in dieses gedicht
so kann ich dich am tag
wenn ich es mag
immer ansehn
oder dran vorbei gehn
oder dich anlächeln
& dir luft zufächeln
oder ich stups deine nase
hase

© mp

stiller trost

als ich trunken war
vor liebe
haben es alle bemerkt

berührt legten sie
ihr herz an meines

als es vorbei war
& ich traurig war

waren alle
herzen still
mit mir zusammen

© mp

Der Traum

Der Traum
& wie er mich erzählt,
wie er dich erzählt.

Dich,
mein Leben.

Wie er trägt,
& wie er Bilder & Farben
in & um mich schreibt.

Wie er sich in mir schreibt,
wie er zu mir spricht
& schweigt.

Er und ich,
mein Traum.

© mp

Eigenwillige Worte

Manchmal denke ich:
Da kommt ein Gedicht,
schreib es schnell auf.

Doch wenn ich dann hinschaue,
liegt da ein blauer Koffer oder
es winkt ein fliegender Luchs.

Manchmal kann man es
den Worten einfach nicht ansehn,
wozu sie aufgelegt sind.

© mp

Erkennen

Mit dem,
was du erkennst,
kannst du umgehen.

Das, was du nicht
erkennst,
geht mit dir um.

© mp

2017

ich bin vorhin mal raus gegangen,
das neue jahr hat endlich angefangen.
kaum war ich draußen, spürte ich,
ein freudig glück, tief innerlich,

die luft so leicht und neu und frisch,
begrüßte es mich feierlisch.
na, lieber mensch, da bist du ja,
begrüßte mich das neue jahr.

ganz offen war es, freundlich auch,
spontan ein wohlgefühl im bauch.
oh, liebes neujahr, schön zu sehn,
das wir ab jetzt gemeinsam gehn.

ich freu mich auch und bring viel gutes,
sei nur entspannt und frohen mutes.
egal ob sturm, ob sonnenschein,
du wirst mir stets das liebste sein.

und deine freude ist mein glück,
ich gebs dir tausendfach zurück.
spür deine kraft und deinen mut,
und trau dich, es wird alles gut.

© mp

geheimnisse

endlich redet ihr
es ist nur ein plaudern
das auslassen der gefährlichen stellen
das schweigen da wo es am lautesten ist
und du denkst:
gefängnisse
er erzählt dir einen witz
er erzählt dir von seiner mutter
über seinen vater redet er nie
und du denkst:
gefängnisse
du erzählst vom letzten urlaub
du erzählst vom zuletzt gesehnen kinofilm
über deinen schmerz redest du nie
und du denkst:
gefängnisse
und er lacht dich an
und du lachst ihn an
und dann umarmt ihr euch zaghaft
und du denkst:
gefängnisse
und er sagt:
nur bei dir finde ich
was ich nur bei dir finde
und sie sagt:
nur bei dir finde ich
was ich nur bei dir finde
und sie denkt:
gefängnisse
und er schweigt
und sie schweigt
und er fragt:
woran denkst du
und sie sagt:
liebe

© mp

Du

Wenn es still wird
hallen deine Schritte
durch mich.

Du bist mir
durch und durch
gegangen.

© mp

kein gedicht in sicht

das hier ist ein lotussitz aus worten
die beine der buchstaben
sind ineinander verschränkt
ganz schön gelenkig
& dabei so entspannt aussehend
ommmmmmmmmmmmmmmmm
kein gedicht weit und breit
die worte sitzen einfach still da
& laufen ihr inneres ab
mit einer taschenlampe
schreiben sie nur
in sich selbst hinein

© mp