ameisen im kirschblütenhaufen

schreiben als antwort aufs schweigen

Kategorie: Lyrisches

träumen

das meer schläft
& liegt still da
in der nacht
nutzt ein fisch
die zeit & schreibt
ein lied
das geht so:

das meer schläft
es ist still
aus tüll winkt
ein stern doch
das meer weiß
es nicht
es schläft & träumt

von dem stern
der ein lied schreibt
über ein meer
das schläft & träumt
in der nacht
von dem stern
aus tüll der träumt

von dem fisch
der im meer lebt
& ein lied schreibt
in der nacht
summt ein stern
aus tüll ein lied
für den fisch

© mp

 

Im Rahmen des frapalymo lautete der 10. Impuls: Schreibe ein Gedicht mit Worten, die nur aus einer Silbe bestehen. (Beim Titel habe ich eine Ausnahme gemacht). Mehr dazu: https://paulchenbloggt.de

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himmelsbilder

zugvögel tanzen
am herbsthimmel zeichnen sie
den weg nach süden

© mp

herbstbellen

vor dem fenster geht ein hund, der mit seinem herrchen spazieren geht: herrlich, geht die kunde, mit dem hund im herbst für eine stunde eine runde lässig durch die gassi gassi gehen lassen. glück erfassen: menschen sehen, durch die herbstluft gehen. aus dem fenster spähen, auf zehenspitzen stehen. meine eine katze kratzt sich am kratzbaum, die andere liegt schlummernd auf dem sofa. neben dem napf katzencracker, leckerschmecker. ich höre tendenziell die musik von tender im moment. moment! miaut die kleine katze, obgleich ich ihr frühstück längst serviert habe; ich verstehe – es fehlt noch etwas zum glück – das kraulen! kaum kraule ich sie, folgt das schnurrige geräusch, es schnurrt sich kopfüber in die musik und in mich hinein, da springt die katze vom boden hoch, direkt aus der hocke hoch auf den schreibtisch und legt sich kopfüber auf die tischplatte. hold on a minute, singt tender und ich kraule die schreibtischkatze. die katze streckt ihre tatzen in die luft, ich tippe in die tasten, taste mich in den tag, die worte tönen: einkaufen aufm markt. lebensmittel fürs mittagessen nicht vergessen: ich will noch mal malen. ich male mir aus, wie ich später male. wird schön sein wenn ich male, male ich erstmal aufs papier – diesmal mit worten. die vorfreude freut sich wortreich auf den farbenfroh gefärbten vormittag, mittag, nachmittag, abend. erquickend und labend, nein, nicht verausgabend. freude spricht durch die sprache der farben, freut sich die sprache: farben lachen funkelndfroh! die farben geben eine vorstellung, die vorfreude der farben färbt sich vielfach farbenfroh. inneres farbenexplodieren und applaudieren. draußen hupt hauptsächlich ein auto die hauptstraße entlang. automatisch fenster schließen, blumen gießen. worte sprießen, worte und farben fließen aus freude und phantasie aufs papier. bilder genießen, gießen in gedichte und prosa, behände malen die hände auf leinwände. worte und buchstaben haben eigne farben, laben sich an meiner phantasie, ich schreibe wie sie mich durchwandern, mich erkunden, ich sie, für stunden, wieder ein neues wort gefunden, in den text eingebunden. ab mittag malen für stunden. phantasie und wort-und farbenwelt auf der leinwand erkunden.

© mp

(tagebuchnotizen, ende oktober 2018)

wieder da

ich kam dir
am morgen entgegen
so verändert
wie ich war
sahst du mich
zögerlich an
vielleicht
warst du nicht
sicher
ob ich es bin
ich sah es
in deinen augen
dieses blitzen
des erkennens
wie ein wieder
hergestellter
kontakt du
lächeltest
& ich lächelte
zurück

© mp

was die taten tuteten

was taten die taten
die tuteten
was tuteten die
taten denn
vom tun tuteten
die taten was sie
gern taten sie tuteten
was sie getan hatten
& was getan werden
musste tuteten sie
es soll gut tun das tun
es tutete laut aus der tute
es tut gut gutes zu tun
tut es & es tat gut
die tute tutete
zu tuten tat gut
das tuteten die taten
& die guten taten taten gut

© mp

vom lesen

worte die mich erreichen
andere nicht
& ich weiß warum
manche diese kraft haben
andere nicht
auch meine eigenen worte
sind nicht immer kraftvoll
ich spüre es
wenn ich schreibe
& im selbstgespräch
so wie heute
wo ich mich müde fühle
& kraftlos ich
mich nach ausruhn sehne
& nach einem guten gespräch
mit dir

© mp

noch

nach dem aufrauenden streit
die suche nach einem anfang doch
alles wonach ich greife
löst sich wieder auf
ich lasse los
schlafe unruhig
& wälze mich
durch morsche fragen
finde mich nicht zurecht
schweige um die sprache
wieder zu fassen die antwort
& brücke sein soll ins neue
ein gedicht will es greifen
& es benennen doch
die bewegten worte
flüstern so leise
noch

© mp

transformation III

das alte & das neue
& wie das alte das neue
sperren wollte & doch
neu wurde & dies neue
abstimmt & sich einstimmt
beflügelt & gewandelt
ergriffen gehandelt
begriffen kapiert
transformiert

© mp

das gedicht

ich saß am tisch
nahm einen stift
& begann ein gedicht
zu schreiben über das
suchen & finden
& vermissen
& sah wie ich am tisch
einen stift genommen
& begonnen hatte
ein gedicht zu schreiben
suchte vermisste fand
wie ich am tisch saß
ein gedicht
über das suchen
fand das vermissen
& fand im vermissen
dich

© mp

transformation II

behutsames abstreifen
von vergangenem
bedeutsames greifen
nur das was ich brauche
behutsames gehen & sehen
neues entdecken
sanftes landen
die früchte reifen
& der boden trägt

© mp

so oder so

das leben will dich manches lehren
da hilft es nicht aufzubegehren
nimm tapfer an was dir gegeben
achte dich und auch das leben
liebe die nächsten gutes tue
bewege dich komm auch zur ruhe
halt zuversicht an dunklen tagen
versuch es tapfer zu ertragen
das schwere ist bald schon vergangen
das neue hat drin angefangen
sei mutig frei und liebenswert
das glück im guten sich vermehrt

© mp

lesezeichen

die katze schläft
auf dem sessel
das buch
das sie gelesen hat
liegt aufgeschlagen
unter ihr

© mp

unausgesproch

etwas sagen zu wollen
doch nicht zu können
das tut weh
nicht mal sagen
zu können
dass man nichts
sagen kann
sich sozusagen
nichts sagend
zu erleben tut
ausgesprochen weh
wenn man (jemandem)
etwas sagen will
doch nicht kann

© mp

vom sehen

so wie du mich siehst
siehst du dich vielleicht
oder siehst du mich
so wie ich bin
oder bin ich so wie du
mich siehst oder du so
wie ich dich sehe oder
bist du so wie du dich
siehst wie siehst du
überhaupt was siehst du
wenn du siehst?

© mp

zeichen

warum trauerst du liebes
weil dir etwas verloren?
es wächst das neue nach
für alle ist gesorgt.

nicht immer geht und bleibt
was du dir wünschst
doch es wird kommen
was dir hilft auf deinem weg.

das universum antwortet
auf unsere stillen fragen
wünsche und träume
niemand wird allein gelassen

auch du nicht.

© mp