ameisen im kirschblütenhaufen

schreiben als antwort aufs schweigen

Kategorie: Lyrisches

unausgesproch

etwas sagen zu wollen
doch nicht zu können
das tut weh
nicht mal sagen
zu können
dass man nichts
sagen kann
sich sozusagen
nichts sagend
zu erleben tut
ausgesprochen weh
wenn man (jemandem)
etwas sagen will
doch nicht kann

© mp

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vom sehen

so wie du mich siehst
siehst du dich vielleicht
oder siehst du mich
so wie ich bin
oder bin ich so wie du
mich siehst oder du so
wie ich dich sehe oder
bist du so wie du dich
siehst wie siehst du
überhaupt was siehst du
wenn du siehst?

© mp

zeichen

warum trauerst du liebes
weil dir etwas verloren?
es wächst das neue nach
für alle ist gesorgt.

nicht immer geht und bleibt
was du dir wünschst
doch es wird kommen
was dir hilft auf deinem weg.

das universum antwortet
auf unsere stillen fragen
wünsche und träume
niemand wird allein gelassen

auch du nicht.

© mp

Herbstlich

Gedanklich gelassen sein, ausruhn, sich von Nichts stören lassen,
das ist so ähnlich wie Träumen im Kino.
Im September wechseln die Bäume ihr Kleid, grünbraunrot
ist die Farbe des Herbstes.
Macht Ihr mit beim Umarmen der Bäume ?
Es geht immer der Reihe nach, einer nach dem anderen.
Wenn ich dran bin, dann höre ich dem Baum zu,
was er mir zu erzählen hat.
Für diese Woche habe ich mir nur die Bäume in meiner Straße
vorgenommen, möchte jeden Tag die Umarmungen erledigen.
Und auf das, was die Bäume zu erzählen haben,
freue ich mich besonders.

© mp

 

(Ich habe soeben den Montagsstarter entdeckt und spontan ist der obige Text/Gedicht entstanden. Zwar ist heute Freitag, aber das macht ja nichts. Es gibt vom Montagsstarter ein paar (angefangene) Sätze, die Leerstellen enthalten und ausgefüllt werden sollen. Hier der Link zur Seite, falls jemand schauen möchte: http://blog.martinsminds.de/aktionen/montagsstarter-no-3717-%201928/)

heut‘ gibt es nichts zu lesen

nichts,
absolut nichts,
rein gar nichts,
überhaupt nichts,
kein bisschen,
niente,
null,
zero.

 

© mp

aufgeräumt im kopf

mit einem besen fege ich
meine gedanken durch den kopf
zu den ohren & zum mund heraus
bis alles leergefegt ist und ich
denke: was denke ich eigentlich?
wo sind meine gedanken?
wieso ist es so still in meinem kopf?
was hat die gedanken gemacht?
was hat sie weggemacht?
ist alles leer und leicht?
gut!
der kopf ist frei!
die gedanken sind frei.
jetzt ist wieder platz für neue.

© mp

über.wunden

wie das
was hinter dir liegt
immer kleiner wird
& manches daraus
noch hervorragt
& kitzelt
oder sticht

© mp

bewegungen

die liebe ist ein tanz
aus nähe und distanz

doch ausgewogen
soll er sein

sonst geht die liebe ein

© mp

träumen

das licht ist ausgeknipst
die nacht beginnt und wischt
den schlaf uns in den körper
die katzen liegen neben mir
& schlafen friedlich
beieinander liegen wir
körper an körper an körper
traum reiht sich an traum an traum
wir sind eine landschaft aus wärme

© mp

Was möchte ich behalten?

Möcht mich behalten
im Verschenken,
& gute Gedanken
denken.
Möcht mein Lachen gerne
teilen,
möge uns das Glück
ereilen.
Möchte fröhlich sein und
bleiben,
Düstres, wenn ich kann,
vertreiben.
Möcht nur, was ich
brauch, behalten,
& das Leben schön gestalten.
Möchte Kummer überwinden
ja & weiter tief empfinden.
Möchte dichten, Prosa
schreiben,
& des Lebens Freundin
bleiben.

© mp

(Dies ist ein Antwortgedicht auf Maribeys Frage: Was möchtest Du behalten?) https://mbeyersreuber.wordpress.com/2017/04/13/13-april-4/

augen.blicke

ich schreib dein gesicht
in dieses gedicht
so kann ich dich am tag
wenn ich es mag
immer ansehn
oder dran vorbei gehn
oder dich anlächeln
& dir luft zufächeln
oder ich stups deine nase
hase

© mp

stiller trost

als ich trunken war
vor liebe
haben es alle bemerkt

berührt legten sie
ihr herz an meines

als es vorbei war
& ich traurig war

waren alle
herzen still
mit mir zusammen

© mp

Der Traum

Der Traum
& wie er mich erzählt,
wie er dich erzählt.

Dich,
mein Leben.

Wie er trägt,
& wie er Bilder & Farben
in & um mich schreibt.

Wie er sich in mir schreibt,
wie er zu mir spricht
& schweigt.

Er und ich,
mein Traum.

© mp

Eigenwillige Worte

Manchmal denke ich:
Da kommt ein Gedicht,
schreib es schnell auf.

Doch wenn ich dann hinschaue,
liegt da ein blauer Koffer oder
es winkt ein fliegender Luchs.

Manchmal kann man es
den Worten einfach nicht ansehn,
wozu sie aufgelegt sind.

© mp

Erkennen

Mit dem,
was du erkennst,
kannst du umgehen.

Das, was du nicht
erkennst,
geht mit dir um.

© mp