ameisen im kirschblütenhaufen

schreiben als antwort aufs schweigen

reach the sun

Ein ausgeschlafener Text

Dieser Text. Er ist gelassen, mault nicht, klagt nicht. Er hat die Ruhe weg. Während andere Texte sich in Papierkörbe stürzen, sitzt dieser Text einfach entspannt da. Er hat eine Blume im Haar, ist friedlich und freundlich, hat sich die Haare gewaschen und ist früher als sonst aufgestanden. Er hat niemanden angerufen und in keinem Lexikon geblättert, aber in zwei Gedichtbänden hat er gelesen, die seine inneren Buchstaben und Worte berührt und bewegt haben. Kurt Aebli und Lydia Daher. Mit poetischen Gedanken war der Text am Abend zuvor eingeschlummert, hatte himmelblau und wolkenschön geträumt und als er am Morgen erwachte, rieb er alle harten Worte aus den Sätzen, schob die Müdigkeit beiseite, zog ein paar zarte Worte hervor und begann sich aufzuschreiben. Es war ihm noch etwas verträumt zumute. Es war, als liefen die Worte auf einer Wattespur. Der Text sah zum Himmel, sah die Sonne und nickte. Dann ging er zum See, hielt einen Fuß ins Wasser, sagte: “Brrrrr”. Das Wasser platschte. „Heute werde ich nicht schwimmen“, dachte der Text. Er ging zurück nach Hause, legte sich gemütlich ins Bett und wärmte sich die Füße. Er knipste das Licht aus und dachte an Gedichte. „Vielleicht werde ich mal eins werden?“ Ach, es hatte ja alles seine Zeit. Der Text war einfach entspannt, kuschelte sich in eine warme Decke, schloss die Augen und schlief ein. Am nächsten Morgen streckte er sich und machte eine halbe Stunde lang Yoga. Dann ließ er sich lesen und lächelte.

© mp

Stufen

Das Wichtigste ist nicht die Erkenntnis, sondern das Fazit, das man daraus zieht.

© mp

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Ein Bild

Fünf Lämmer auf einer Wiese.
Landschaft. Idylle.
Kommunikation.
Wir verstehen uns
ohne Worte.

© mp

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Alle Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen.

(Friedrich Nietzsche)

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ermutigung

vergangene zeit
kann niemand zurück geben
kann niemand zurück leben
was hinter dir liegt
liegt hinter dir
auch wenn du es beständig
vor dir her treibst
es bleibt vergangen
und kommt so nicht wieder
das, was vor dir liegt
kann niemand leben
außer dir selbst
es lebt,
wenn du es lebst
erfülle dich und lebe
jetzt

© mp

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Gelassenheit bei der Betrachtung

„Wenn man sich selbst erkennen und erfassen möchte, ganz gleich auf welche Art, ob schreibend, denkend, redend, schweigend, kreativ, muss man bedenken, dass man mehr als eine Person ist. Und dass, abhängig von der Perspektive aus der man schaut, aus dem Blickwinkel, mit dem man betrachtet, auch abhängig vom Empfinden und Zeitpunkt des Betrachtens, das Ergebnis stets ein anderes sein wird. Zum Beispiel: Aus der Liebe heraus, aus der Angst, der Wut, aus dem Ego heraus, aus der Enttäuschung, der Traurigkeit, aus dem Zweifel, aus der Erwartung u.a. heraus sich immer andere und unterschiedliche Antworten finden werden, obwohl alles eins ist und man doch nie nur eins ist.“

(Tagebuchnotizen)

© mp

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Unaussprechlich

„Obwohl es sich Denken lässt, lässt sich nicht alles aufschreiben. Als müsse manche Wahrheit ein unausgesprochenes Geheimnis bleiben.“

(Tagebuchnotizen)

© mp

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Mitten.drin

In einem Moment der Traurigkeit zur Ruhe kommen. Zu sich kommen. Einfach still da sitzen oder liegen. Einfach still werden, ganz bei sich sein und plötzlich ein Gefühl wie glücklich sein.

(Tagebuchnotizen)

© mp

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