ameisen im kirschblütenhaufen

schreiben als antwort aufs schweigen

Monat: Dezember, 2016

Jahresausklang

Hallo meine Lieben, 2016 liegt in den letzten Zügen, ein turbulentes und aufwühlendes Jahr geht zu Ende. Wie war Euer Jahr? Meines war ein Schweres, mit viel Traurigkeit, Verlusten und Abschieden, Kummer und Tränen, auch mit viel Freude, Musik und Büchern, mit vielen Erkenntnissen, auch Schocks, Fehlern und Einsicht. Ich bin immer noch dabei, mich auseinander und wieder zusammen zu setzen, im Stillen und in Abgeschiedenheit, weshalb es auf meinem Blog ruhiger war und ist als sonst. Ich hatte häufig keine Worte, insofern war das Nicht-schreiben eine zwangsläufige Konsequenz, manchmal sind Rückzug und Ruhe einfach notwendig. Ich haderte mit vielem, auch mit mir selbst, auch mit dem Schreiben. Manches habe ich verstanden und gelernt, anderes noch nicht. Inzwischen ist etwas Ruhe eingekehrt, ich lerne seit ein paar Monaten ein neues Instrument, die Bauarbeiten am Haus sind zu Ende, ich bin nach wie vor Nichtraucherin und will es auch bleiben, ich habe meine Zuversicht wieder gefunden, die Worte sind mir manchmal wieder zugetan, so ganz will es aber noch nicht. Es braucht noch Zeit und Geduld. So ist es mit allem. Ich freue mich, dass Ihr mir trotz der zeitweisen Funkstille erhalten bliebt und viele neue Follower/innen hinzu kamen. Danke dafür.
Ich wünsche Euch allen einen guten Jahreswechsel, einen schönen Ausklang eines aufrüttelnden Jahres, wie auch immer Ihr den Übergang gestalten mögt, macht es so, dass es Euch gut und wohl ist. Lasst es Euch gut gehen! Kommt gut rein ins neue Jahr. Ich wünsche Euch das Beste. Liebe Grüße, Eure Wolkenbeobachterin

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wünschen

„wünschen, das soll man nicht aufgeben.“
(rainer maria rilke)

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Frohe Weihnachten

Hallo, meine lieben, lesenden Weihnachtsengel,

ich wünsche Euch allen knusprige, leckerschmeckende, inspirierendfriedliche, freundliche und besinnliche Weihnachtsfeiertage. Kommt gut, gesund und froh durch die Feiertage. Schön, dass Ihr da seid. Danke, dass es Euch gibt. Mögen sich all Eure Wünsche erfüllen.

Merry Xmas und frohe Weihnachten von der Wolkenbeobachterin

Fehlt noch was?

Seit Tagen schon will ich eine Rezension über dieses Buch in meinem Lesezeichenblog schreiben, doch es gelingt mir nicht. Woran das liegt? Weil das Buch

„Die Welt im Rücken“ von Thomas Melle,

das außergewöhnlichste, wahrhaftigste, intensivste, großartigste Buch ist, das ich seit langem gelesen habe. Ich finde einfach nicht die passenden Worte dafür. Es ist überwältigend, dieses Buch. Thomas Melle ist manisch-depressiv, oder wie man heute sagt: bipolar. In diesem Buch, seiner Autobiographie, schreibt er über sein Leben und seine Krankheit, die über ihn, in ihn herein bricht, aus ihm heraus bricht und spricht. Sollte jemand von Euch noch ein Geschenk benötigen, für jemand anders, oder für sich selbst, oder gerade nicht wissen, welches Buch man als nächstes lesen sollte – möchte ich Euch dieses Buch sehr ans Herz legen. Es ist mitreißend, berührend, aufwühlend, tief, sprachlich ein Genuss, kurz: Es ist das Beste, was ich seit langem gelesen habe. Es war für den Buchpreis 2016 nominiert, hat leider nicht gewonnen, was ich sehr bedaure. Das Buch und der Autor haben es mehr als verdient. Kauft dieses Buch. Verschenkt es. Lest es.

Hier eine Leseprobe:

http://www.rowohlt.de/download/file2/row_upload/3458707/LP_978-3-87134-170-0_Leseprobe.pdf

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geheimnisse

endlich redet ihr
es ist nur ein plaudern
das auslassen der gefährlichen stellen
das schweigen da wo es am lautesten ist
und du denkst:
gefängnisse
er erzählt dir einen witz
er erzählt dir von seiner mutter
über seinen vater redet er nie
und du denkst:
gefängnisse
du erzählst vom letzten urlaub
du erzählst vom zuletzt gesehnen kinofilm
über deinen schmerz redest du nie
und du denkst:
gefängnisse
und er lacht dich an
und du lachst ihn an
und dann umarmt ihr euch zaghaft
und du denkst:
gefängnisse
und er sagt:
nur bei dir finde ich
was ich nur bei dir finde
und sie sagt:
nur bei dir finde ich
was ich nur bei dir finde
und sie denkt:
gefängnisse
und er schweigt
und sie schweigt
und er fragt:
woran denkst du
und sie sagt:
liebe

© mp

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Stark sein bedeutet, fühlen können.

(Fernando Pessoa)

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manches kannst du nicht aussprechen
es bleibt in dir
und redet dort weiter

© mp

(Tagebuchnotizen, November 2016)

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´.`´.`

Sterne – dieses Feuerwerk, das in der Luft bleibt. 

(Jules Renard)

(^)

lieber, lieber, nikolaus,
ich stell jetzt gleich
die stiefel raus.

und wenn ich dann
nach hause komm,
hoff ich, dass ich
schokolad‘ bekomm.

© mp

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einen schönen nikolaustag euch allen!