ameisen im kirschblütenhaufen

schreiben als antwort aufs schweigen

Kategorie: Allgemein

Marens Urknall

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Immer wieder kommt es vor, dass ich wundervolle Fotos bei anderen Bloggern entdecke und diese gern zeichnen möchte. So auch dieses Mal. Ich habe Maren gefragt, ob ich ihr Foto als Vorlage verwenden darf, sie erlaubte es mir. Hier der entsprechende Beitrag von ihr direkt verlinkt und das dazugehörige Foto. Maren und ihre Geschichte zum Urknall Vielen Dank, liebe Maren.
Ich habe bislang sehr selten dickes, farbiges Papier als Grundlage für eine Zeichnung verwendet, genau gesagt nur einmal und das ist nichts geworden. Weil ich einen neuen, anderen Zugang versuchen wollte, habe ich es hier probiert und zwei verschiedene Fineliner verwendet. Der Titel für das Bild bezieht sich auf Marens Beitrag.

ein schöner tag, der letzte im august

himmelblauer blick von oben, sonnenstrahlen, der tag meint es gut. eine freundin erzählt mir von einer ausstellung nahe der u-bahnstation kottbusser tor. eine, die man besuchen kann, ohne sich vorher anmelden zu müssen. ein lichtblick. das, was bislang selbstverständlich schien, nämlich, „einfach drauflos“ zu leben, spontan etwas zu genießen, das scheint es fast nicht mehr zu geben. immer noch liegt der mantel von corona über allem, dämpft die stimmen, dämpft die angebote, dämpft den enthusiasmus. fast alles muss jetzt geplant werden. früher, denke ich schon fast, als sei es jahrzehnte her. früher, da konnte ich spontan ins kino gehen, oder in eine ausstellung, oder ins schwimmbad. spontan zu einer lesung, zu einem konzert, auf ein festival oder irgendwo tanzen gehen. oder verreisen. „früher“, da musste ich nicht schon vorher wissen, von wann bis wann ich im museum umherspazieren will, oder von wann bis wann ich lust dazu habe meine bahnen im schwimmbad zu ziehen. ich musste nicht sagen: zwischen zehn und zwölf plane ich mich an diesen ort, mit kreditkarte. oder: wenn ich dorthin reise, muss ich hinterher noch zeit für quarantäne einrechnen. und ständig, wo ich auch bin, mit einem unsichtbaren metermaß um mich herum unterwegs sein. ich verreise nicht. doch die ausstellung, die werde ich später versuchen. maskiert vor bilder treten. der surreale neue alltag.

© mp

greenish-red

gedanken zum malen, zeichnen und schreiben.

manchmal weiß ich nicht genau, ob ein bild fertig ist oder nicht.
in dem moment, wo es entsteht, entsteht es.
ich habe in dem moment, wo ich es male oder zeichne, kein anderes ziel,
als es zu malen oder zu zeichnen.
es ist nicht mal ein moment des wollens, das ist fast gänzlich abgelegt,
es ist mehr ein moment des handelns, des tuns, der aktivität.
ich bin gleichzeitig erschafferin und betrachterin von etwas,
das entsteht.
irgendwann gibt es den punkt, an dem ich das gefühl habe:
das war es,
mehr farbe muss nicht, mehr linien müssen nicht,
„ich hab es“,
so kann es bleiben,
dann lasse ich die farbe trocknen,
oder lege die zeichnung beiseite.
meist am nächsten tag weiß ich mehr über das bild.
ist es fertig? oder war es nur eine weitere stufe,
bis ich zu dem bild komme, was es sein will und soll?
manchmal denke ich über ein bild nach,
oder ich betrachte es nur, „fühle es“.
und dann gibt es oft einen impuls, der entweder lauten kann:
mehr farbe, oder: andere farbe, oder: übermale alles.
dann geht es wieder von vorne los.

das, was ich durch und über das malen lerne,
habe ich beim schreiben so nicht gelernt oder anders gelernt.
interessant ist auch, dass das, was ich woanders gelernt habe,
neu im kontext der malerei oder kunst lernen, oder besser gesagt:
mir übersetzen muss. es „der hand beibringen muss“,
in die sprache der hand übersetzen.
die prozesshaftigkeit des entstehens, empfinde ich beim malen
und zeichnen deutlicher als beim schreiben.
auch diesen punkt, diese empfindung, wann etwas gut ist oder nicht,
das fällt mir wesentlich leichter beim malen und zeichnen,
als beim schreiben.
und doch profitiert das eine vom anderen. und darüber hinaus
profitiere ich von allem.

© mp

wanndernd

ich. suche. und
weiß noch nicht.
wohin.

ich weiß. und
weiß noch nicht.
wie.

wenn ich weiß.
wie. kommt
das wann.

© mp

gedicht über arme socken

ich trage socken
an meinen füßen
ich trage die socken
bis in die schuhe
ich trage die socken
in den schuhen
bis auf die straße
ich trage die socken
in den schuhen
auf der straße
den ganzen tag
bis zum abend
trage ich die socken
in den schuhen
auf der straße
bis zum abend
bis nach hause
die socken tragen
den ganzen tag

© mp

frohe ostern

hallo ihr lieben, ich wünsche euch und euren lieben schöne ostern, genießt es, wie auch immer es euch möglich ist. ich hatte mich an einer zeichnung von einem hasen versucht, aber sie ist mir nicht gut gelungen, deshalb nun ein foto von vor einigen tagen. auch wenn man abstand hält bzw. halten muss, kann man einander nahe sein. ich weiß darum. liebe grüße, eure wolkenbeobachterin (schon fast auf dem weg zur arbeit).

neulich in berlin.

© mp

B L O G P A U S E

Hallo Ihr Lieben, ich lege hier mal eine Pause ein, wenn es soweit
ist, geht es weiter. Habt eine gute Zeit. Liebe Grüße aus Berlin.

vorübergehend

bisweilen erscheint einem manches absurd. so ergeht es mir gerade und bezieht sich auf das bloggen, das leben, das schreiben, das malen, das zeichnen, das sprechen, neujahrswünsche. als wäre alles ein stück von mir weggerückt sehe ich es und denke: wofür ist das denn gut? und finde keine antwort, jedenfalls keine, die sagt: mach weiter so. eher: ich muss weiter, aber anders. und wie und wohin? wird sich zeigen. nun könnte man annehmen, dass man dem, was einem absurd erscheint, also nicht mehr folgt, das, was einem absurd erscheint aufgibt, sein lässt, doch dem ist nicht so, zumindest nicht in meinem fall, doch die frequenz und intensität mit der ich es tue, hat sich verändert. ich folge meinem empfinden und staune darüber, was der kopf mir alles erzählen will, welche gedanken er mir auftischt. dem kopf darf man nicht alles glauben, sowieso.

(tagebuchnotizen, januar 2020)

wir_wa_h_r[r]

wenn ich an dich denk
denk ich an die zeit
als du und ich
nicht du und ich war
es war ein wir
dann wurd aus dem
ein wirr
wahr
was war wahr?
ja nein doch nicht
was war los?
war du und ich
noch wir?
ich war wirr
war ich ich?
wer war ich
für dich?
wer du für
mich?
wer war ich
für mich?
wer war ich
mit dir?
wer mit mir?
war ich ich?
war ich du?
warst du ich?
was war wir?
wer warst du?
was war es
das mit dir?
es war wirr
war es wir?
war ich wir?
und du?
was ist wahr?
was war wahr?
wenn ich an dich denk
denk ich an weh und ach
ich denk du und ich
das war mal wir
was eins war
wurd zwei
es wurd ein
du und ich
so weh
so ach
ist das denn so?
ist das denn wahr?

© mp

………..

dies ist mein beitrag zum aktuell stattfindenden lyrimo,
damit ich das dichten nicht verlerne bei allem zeichnen
und schreiben im nanowrimo.

https://lyrimo.wordpress.com/2019/11/08/lyrik-08-11-2019-einsilbig/

Chronik einer unangekündigten Belagerung

Dienstag, 14 Uhr, Berlin. In Windeseile radle ich zur Arbeit und komme pünktlich an. Keine zwei Stunden später spüre ich: Da ist etwas. Im Anmarsch. In mir. Ich nieste. Die Nase lief. Schüttelfrost. Schwächegefühl. Kopf- und Gliederschmerzen. Irgendwas kroch unaufhaltsam durch meinen Körper. Um 16 Uhr hatte es mich bereits umzingelt und gänzlich eingenommen: Ich hatte kalte Hände, das Gefühl halb zu schlafen, halb anwesend zu sein und ein aufdringliches Pfeifen in den Ohren. Ich hörte nicht mehr auf zu niesen, mein Körper war Schmerzgebiet, der Kopf war auf Halbmast.
Ein Kollege fragte, ob er mir grünen Tee anbieten dürfe. „Könnte helfen. Schmeckt aber nicht jedem“, warnte er vor. „Gerne“, sagte ich und zehn Minuten später stand er mit dem dampfenden Tee in der Tür. Ich probierte. „Und?“, wollte er wissen. „Ich habe jetzt auch kein Geschmacksempfinden mehr“, sagte ich, „den nehm ich gern, danke“.
Irgendwie stand ich den Tag durch. Es ging mir bescheiden.
In der Nacht traf mich alles in potenzierter Form: Niesen, Schüttelfrost, kalte Hände, dröhnende Glieder-und Kopfschmerzen, laufende Nase. Hitze. Kälte.
Am nächsten Morgen meldete ich mich krank, schleppte mich zum Arzt und legte mich anschließend ins Bett.
Ich schlief ungefähr 22 Stunden. In den Wachzeiten: Katzen versorgen, zur Toilette, bei jeder Bewegung „Oh Gott“, sagen, wieder hinlegen und weiter schlafen.
Das ging den nächsten Tag so weiter. 17 Stunden geschlafen. Ich hatte jetzt auch noch Husten dazu bekommen.
Den Tag danach 14 Stunden.
Heute ist Freitag. Ich war draußen und bin spazieren gegangen an der frischen Luft. Im Supermarkt habe ich grünen Tee gekauft. Ich habe mich inzwischen auf 11 Stunden Tagesschlafpensum runtergeschlafen und bin so gut wie neu. Der Husten ist fast weg. Der Schüttelfrost hat aufgehört. Das Niesen auch. Der Kopf ist noch nicht ganz wieder da aber fast. Ich spüre langsam wieder Kraft im Körper. Nach vier Tagen geht es mir endlich wieder etwas besser.

© mp

nur noch dreieinhalb stunden

hallo ihr lieben, heute ist es soweit! der tag des geheimnisses. nein, der tag der lüftung! nein, auch nicht. heute wird das geheimnis gelüftet! jawohl! es flattert im wind und ich lasse es frei! also, worum geht’s? es geht um literatur. das 19. internationale literaturfestival berlin hat die artweek 2019 abgelöst. und jetzt kommts … wer ist dabei? ja ich. also als zuschauerin, als zuhörerin. und wer sonst noch so? wer liest? *trommelwirbel*

TOMAS ESPEDAL!

watt? WER? tomas espedal! einer meiner lieblingsschriftsteller von dem ich alle ins deutsche übersetzte bücher gekauft und gelesen habe. ich raste aus vor freude! wer hätte das gedacht?! also nicht, dass ich vor freude ausraste, sondern dass ich zufällig kürzlich ins programmheft schaute, blätterte und blätterte und auf einmal sah ich den namen! in gottes namen, was war da los? da war was los! also hier in der stadt und in mir! diese unglaubliche freude! im internet versuchte ich dann ein ticket zu bekommen, hätte dafür aber ein ca. 25-seitiges pamphlet durchlesen müssen, in dem ich erkläre, dass ich damit einverstanden bin, dass die ticketverkäuferfirma information einholen darf, ob ich bei trost kasse bin! also flüssig. überflüssig zu erwähnen, dass ich das bei einer summe von ACHT euro etwas übertrieben finde. natürlich hätte ich den test bestanden, aber ich wollte nicht 25 seiten lesen, was ich denen damit alles noch erlaube und so weiter. also fuhr ich zum museum, wo die lesung stattfindet. dort erfuhr ich, dass dort keine tickets verkauft wurden. ich solle mich an den anbieter wenden. den aus dem internet. hmpf. flott bekam ich das infozettelchen rübergereicht, was ich aber gar nicht haben wollte! ich will das nicht online machen, sagte ich fest. da können sie anrufen, sagte die frau. auf dem zettel steht auch eine telefonnummer. das tat ich einen tag später. am telefon war eine freundliche österreicherin. ihr sagte ich, dass ich nicht 25 seiten lesen und unterschreiben möchte, sondern nur das ticket für 8 euro kaufen möchte. sie: es gibt da eine website, da können sie das ticket kaufen. ich sagte: ICH WILL DAS NICHT ONLINE MACHEN! sie: sie können auch das ticket in einer unserer angebundenen verkaufsstellen kaufen. (aha, so einfach, warum nicht gleich so?) würden sie bitte für mich schauen? bat ich sie. sie fand es nicht auf der webseite. dann fand sie es doch, teilte mir den laden mit und ich radelte zur verkaufsstelle, die vier straßen weiter ist. dort gab es reichlich tickets für rock-und popkonzerte. auf literaturfestival war man noch nicht eingestellt. es war nicht so leicht ein ticket zu bekommen, was zum teil auch daran lag, dass man die tickets nicht unter dem datum abgespeichert und sortiert hatte, sondern nur unter dem namen der veranstaltung. super system, finde ich. ich versuchte es mit dem namen: tomas espedal. wie? fragte er. ES-PE-DAL, wiederholte ich ruhig. espenlaub? ja ja, selten so gelacht. dann fiel mir der titel seines neuen buches ein: das jahr. und siehe da, so war das ticket auffindbar im computer. er druckte es also aus: hier, ihr espendahl, sagte der verkäufer. ich geb dir gleich espendahl sagte ich und nahm ihm das ticket ab, warf 8 euro auf die theke und verschwand hinter wehenden fahnen. na gut, es war weniger dramatisch, gebe ich zu. wir haben zusammen über den ollen witz gelacht, ich hab das ticket eingesteckt, bezahlt und dann bin ich mit dem fahrrad nach hause gefahren. ÜBERGLÜCKLICH, dass ich dieses ticket bekommen hatte. ja, und das ist heute abend. die lesung seines neuen buches. ich freu mich riesig und hoffe, ich erwische einen anständigen sitzplatz.

wer tomas espedal ist? ich schrieb über ihn bzw. seine literatur, hier:

https://stadtzottel.wordpress.com/2018/10/29/tomas-espedal/

https://stadtzottel.wordpress.com/2018/11/17/regenseufzer-sinnlich/

https://lesezeichenblog.wordpress.com/2019/02/18/gehen-mit-tomas-espedal/

© mp

 

noch da

       

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