ameisen im kirschblütenhaufen

schreiben als antwort aufs schweigen

Kategorie: Allgemein

Kurzinfo

Hallo Ihr Lieben, eigentlich wollte ich ja etwas für Euch schreiben, aber das will nicht so richtig, deshalb nur diese kurze Nachricht von mir: Ich habe Musik, die ich unbedingt mit Euch teilen möchte bevor das alles demnächst so kompliziert hier wird durch das DSGVO. Für mich sind das noch böhmische Dörfer, diese Vorschriften, da hält sich meine Begeisterung wirklich in Grenzen. Bei der Musik ist das anders, deshalb gibts jetzt wieder was auf die Ohren und ich hoffe, es gefällt Euch. Liebe Grüße, viel Spaß beim Hören (und tanzen?) und schönen Abend von Eurer musikbegeisterten Wolkenbeobachterin.

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Vom Da-sein

Ich muss mal wieder schreiben im Blog, dachte ich eben. Nicht, dass ich müßte, aber ich würde gern, doch was? Das ist doch ganz einfach! Schreib doch, dass du wieder da bist! Mensch, dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin – ich bin wieder da! Traritrara! Zwar war ich schon öfter wieder da, aber diesmal ist das ein anderes wieder da. Aha, und welches? Nun ja, ich war … verreist. Vereist? Nein, nicht vereist, sondern verreist. Okay, du warst also verreist. Und wohin? Weit. Recht weit. Also warst du nicht mit dem Rad unterwegs? Nein, nicht mit dem Fahrrad, sondern mit einem anderen Fortbewegungsmittel, das auch mit F beginnt. Ferd. Was? Ferd. Also bitte, wie schreibst du denn Pferd? Ach, stimmt ja. Pferd. So schreibt man das. Ja. Okay. Es war nicht das Fer… ähm, Pferd, weil es ja mit F beginnt, also das F-ortbewegungsmittel. Warte! Fo, Fä, Fi, Fa, Fö … hm, mir fällt nix ein.  Überleg noch mal. Fängt mit F an. Ja, ich weiß. Aber Ferd ist es ja nicht. Nee, Pferd ist es nicht. Ffffffffffrrrraaaaooolllliiiiiiääää…., äh, nee. Keine Idee. Fffffrrrrrrüüühhhhllllöööö…. nee, echt nicht. Na gut, dann können wir das nicht lösen. Du musst schon raten. Hab ich doch. Ja, aber Ferd ist nicht wirklich raten, oder? Hm. Ich hab echt keine Idee, wie du unterwegs gewesen sein könntest, mir fliegt da an Worten einfach nichts Passendes zu. Aha. Interessant. Fliegt also nix, ne? Nee. Überhaupt nix. Hat sich ausgeflogen. MOMENT! Du bist geflogen! Ohje, du bist geflogen? Jepp. Hin und zurück. Eigentlich ganz einfach. Hätte ich auch drauf kommen können, aber manchmal fliegen einem die Ideen nicht so zu. Ja, das kenne ich. Jedenfalls: Wars schön? Ja. Es war sehr schön. Sogar sonnig wars. Toll. Hast du mal ein Foto? Ja, hab ich. Moment, ich machs mal über den Text.

© mp

 

vom sehen

so wie du mich siehst
siehst du dich vielleicht
oder siehst du mich
so wie ich bin
oder bin ich so wie du
mich siehst oder du so
wie ich dich sehe oder
bist du so wie du dich
siehst wie siehst du
überhaupt was siehst du
wenn du siehst?

© mp

Julibäum … Jubiläum

An meine lieben Leserinnen und Leser! Wir feiern Geburtstag! Nein, nicht meinen, der kommt erst noch, sondern Bloglubijäum, Verzeihung: Blogjulibäum, Kruzifix! Bloggeburtstag! Im Juli 2013 startete ich dieses Blog mit der Idee, mindestens ein Jahr lang Gedichte, Prosa, Gedanken hier zu posten. Nun geht es bereits ins fünfte Jahr! Ich freue mich sehr, dass Ihr dabei seid! Danke fürs Kommentieren, Diskutieren und Inspirieren. Danke für Eure Besuche, fürs Lesen, fürs Folgen, für Eure Likes und Herzchen, Eure Smilies, Komplimente und für Eure Wertschätzung. Schön, dass es Euch gibt. Happy birthday und Danke an Euch alle! Eure Wolkenbeobachterin

Fehlt noch was?

Seit Tagen schon will ich eine Rezension über dieses Buch in meinem Lesezeichenblog schreiben, doch es gelingt mir nicht. Woran das liegt? Weil das Buch

„Die Welt im Rücken“ von Thomas Melle,

das außergewöhnlichste, wahrhaftigste, intensivste, großartigste Buch ist, das ich seit langem gelesen habe. Ich finde einfach nicht die passenden Worte dafür. Es ist überwältigend, dieses Buch. Thomas Melle ist manisch-depressiv, oder wie man heute sagt: bipolar. In diesem Buch, seiner Autobiographie, schreibt er über sein Leben und seine Krankheit, die über ihn, in ihn herein bricht, aus ihm heraus bricht und spricht. Sollte jemand von Euch noch ein Geschenk benötigen, für jemand anders, oder für sich selbst, oder gerade nicht wissen, welches Buch man als nächstes lesen sollte – möchte ich Euch dieses Buch sehr ans Herz legen. Es ist mitreißend, berührend, aufwühlend, tief, sprachlich ein Genuss, kurz: Es ist das Beste, was ich seit langem gelesen habe. Es war für den Buchpreis 2016 nominiert, hat leider nicht gewonnen, was ich sehr bedaure. Das Buch und der Autor haben es mehr als verdient. Kauft dieses Buch. Verschenkt es. Lest es.

Hier eine Leseprobe:

http://www.rowohlt.de/download/file2/row_upload/3458707/LP_978-3-87134-170-0_Leseprobe.pdf

Nur noch einmal schlafen

Nein, Du hast nichts verpasst, morgen ist nicht Weihnachten, keine Sorge. Aber was Ähnliches: Morgen und übermorgen ist FESTIVAL! Lollapalooza nennt sich das Spektakel. 140.000 Musikbegeisterte werden erwartet. 45 Gigs sind angekündigt, unter anderem Josef Salvat, James Blake, Aurora, Years & Years, Philip Poisel, Milky Chance, Paul Kalkbrenner, Jess Glynne, Alan Walker, Kaiser Chiefs, Dubioza Kollektiv, Tocotronic und viele, viele andere! Und ich werde auch dort sein, nicht auf der Bühne, sondern davor. Ich muss mir noch einen Plan machen, wann ich an welcher Bühne wen hören möchte. Gestern las ich, dass arte Live überträgt. Ich winke dann in die Kamera für Euch. Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Wie das so ist

Ich muss mal wieder was schreiben, denke ich. Bloggen. Denn wozu sonst ist ein Blog da? Zum Angucken. Schlendern. Zum …. was weiß ich? Es gibt viele mögliche Antworten, denke ich. Also, erinnere Dich, warum Du damit angefangen hast. Da muss ich mich nicht groß erinnern, das weiß ich noch genau. (Wenigstens das). Ja und? Angedachtes Ziel erreicht und erfüllt. Und weiter? Nichts weiter. Und jetzt? Ja, was jetzt. Das ist wohl die Frage. Und die Antwort? Keine Ahnung, ich kann sie noch nicht hören. Sie flüstert noch. Wie wäre es mit Ohrenstäbchen? Ja, super Idee, das mit dem Ohrenstäbchen. Ich hab aber keine da und außerdem – was ist so schlimm, keine Antwort zu haben? Das muss man erst Mal aushalten können. Und wie geht das so? Ganz gut. Es ist wie Rast machen, sich in den Schatten eines Baumes zu setzen, sich dort anzulehnen, das Rauschen der Blätter zu hören und in die Landschaft zu gucken. Und was ist mit den anderen? Welchen anderen? Na, Du hast doch Verpflichtung, Deinen Followern und Blogkollegen gegenüber. Ach so? Welche denn? Na, zu bloggen. Verpflichtung? Aber das hier ist doch freiwillig. Ich meine alles. Das Lesen, das Schreiben. Alles freiwillig. Niemand wird gezwungen. Ich habe außerdem nette Followerinnen und Follower. Die sind tolerant und gönnen mir auch mal eine Pause. Die sind dann auch nicht sauer. Sicher? Nee, sicher nicht, aber ich hoffe es. Ich gestehe jedenfalls jedem eine Pause zu, auch mehrere. Und wie soll es jetzt weiter gehen? Abwarten. Ich bleibe noch etwas unter dem Baum sitzen und wenn alles in mir sagt: Weiter gehen, dann gehe ich weiter. Und wohin? Zum Supermarkt, zum Vogelpark, zum Vanillequark. Keine Ahnung. Wird sich zeigen, oder? Nimmst Du mich mit? Was hast Du denn auf Deinem Brot? Dem täglich Brot? Nee, auf Deinem Pausenbrot. Käse. Und Marmelade. Selbstgemacht? Ja, selbstgemachter Käse und Marmelade. Super, dann nehm ich Dich mit. Das heißt, wir gehen ja gar nicht, noch nicht. Wir sitzen hier einfach unter dem Baum und gucken in die Landschaft. Ich bin dabei. Wer will, setzt sich einfach dazu und guckt mit. Egal ob mit oder ohne Pausenbrot? Ja, egal ob mit oder ohne Pausenbrot. Apropos. Wollen wir tauschen? Was denn? Dein Käsebrot gegen Tee? Abgemacht. Toll. Ja. Danke. Hatte ich das schon gesagt? Was denn? Schön, Dich zu sehn.

© mp

2014 im Rückblick

 

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 18.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 7 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Vielen Dank allen einzigartigen Leserinnen und Lesern, Followerinnen und Followern dieses Blogs. Danke fürs fleißige und freundliche Kommentieren, Diskutieren, Abbonieren, Inspirieren und den Spaß mit Euch: Danke, dass Ihr da seid. Ich freue mich auf ein weiteres, schönes Jahr mit Euch! Kommt gut ins nächste Jahr!  liche Grüße

g e f u n d e n

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Herbsttöne.

Liebe Leserinnen und Leser, der Sommer geht zu Ende, der Herbst naht in kleinen, aber spürbaren Schritten. Es liegt was in der Luft und das heißt Herbst. Manchmal, wenn man spazieren geht, dann ist noch die Sonne da und dazwischen mischt sich schon der Herbst. Die ersten Blätter fallen von den Bäumen und es wird schon wieder früher dunkel. Es beginnt die Teezeit, mit oder ohne Kandis, und Abende, eingemummelt auf der Couch, aneinander geschmiegt, filmguckend oder Katzenstreichelnd. Die gemütliche Zeit ist also angebrochen, der Blick in den Kleiderschrank verrät, dass es vielleicht noch einen oder zwei Pullover für den Winter braucht, die ersten Gedanken an Weihnachtsgeschenke werden wach. Und doch ist es immer noch Sommer, Spätsommer, das Licht sieht warm und golden aus und es ist immer noch möglich im T-Shirt draußen unterwegs zu sein. Ich mag den September, ich mag die Atmosphäre des herannahenden Herbstes, den langsamen aber beständigen Farbenwechsel an Bäumen und das Gemütliche, was sich überall breit macht. Und doch ist diese Zeit auch eine, in der es zu tun gibt, getan wird, ich habe keinen Garten, leider, noch nicht, vielleicht kommt das ja noch. Ich bestelle derweil meinen eigenen Garten, das ist mein Roman, den ich vor zwei Jahren schrieb und der auf Überarbeitung wartet. Eine Weile ist nun arbeitsfrei für mich und ich bestelle meinen Wortgarten, rupfe Ungeziefer aus, gieße, pflanze, säubere. Es ist also möglich, dass es hier in nächster Zeit noch etwas ruhiger wird, weil das Arbeiten eine gewisse Disziplin und Sorgfalt verlangt und ich mich ihr gern ganz hingeben und widmen möchte, damit es gut wird, denn ich würde ihn dann, wenn er denn mal fertig ist, gerne vorlegen, vorlesen und vielleicht, sofern sich ein Verlag dafür findet, verlegen lassen. Aber das ist noch ein Traum und weit weg, aber ohne Arbeit daran, kann er nicht wahr werden, also werde ich die Schritte tun und gehen, die notwendig sind und alles andere liegt nicht in meiner Hand, dann gilt es abzuwarten. Vielleicht gelingt es, vielleicht nicht. Alles in allem ist es eine Übung, eine weitere Übung auf dem Lebensweg und vielleicht kommt das heraus, was ich mir wünsche. Euch allen wünsche ich einen schönen September und Herbstanfang. Herzliche Grüße von der Wolkenbeobachterin

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You already know

Zell.teilung.

Manchmal weiß man nicht, wo man anfangen soll. Heute ist solch ein Tag. Ich fühle mich merkwürdig. Alles geht durcheinander, innen drin, im Kopf, im Bauch. Die gestrige Selbstmordankündigung eines Bloggers hier bei wordpress. Pascal. Und wie es aufwühlt und erinnert. Auf einer bestimmten Ebene sind wir alle miteinander verbunden und doch kann man sich so endlos allein und verloren fühlen. Der Hilferuf eines anderen, der an das eigene Rufen erinnert, was auch immer es ist, wonach jemand ruft. Nicht immer ist es zu hören, manches Rufen geht nur nach innen, weil es keine Worte hat oder etwas anderes fehlt. Alles durcheinander. Ich fühle mich leer, als wären mir alle Worte ausgegangen und doch denke ich und doch schreibe ich. Ich habe heute zufällig in einem Nebensatz erfahren, dass meine Stiefmutter verstorben ist. Ich weiß nichts. Nichts über die Umstände und den Zeitpunkt, nur das. Tränen. Ich mochte sie gern. Gestern jemandes Hand gegriffen, heute jemanden verloren. Versuche der Annäherung. Immerzu. Überall. Reden. Schweigen. Flüstern. Schreien. Lachen. Verletzendes und Verbindendes. Gespräche und der Versuch einander verständlich zu machen, zu sagen, zu zeigen, dass man sich mag, dass man versteht, dass man sich verzeiht und verziehen hat und doch nicht wieder so zusammen finden, wie es mal war. Ich weine. Es sitzt mir alles in den Knochen. Nachtschichten. Verluste. Scheitern. Menschen, die nicht berührbar sind, die Steine in sich züchten, Unversöhnlichkeit und Häme. Missverständnisse und Gespräche, die nicht geführt werden oder wurden. Das Unabgeschlossene, das einen eigenen Schlüssel braucht um irgendwo gelassen zu werden, um es irgendwo zur Ruhe kommen zu lassen und doch immer das Aufbrechen dessen, was nicht greifbar ist und nicht begriffen werden konnte. Lose Enden, lose Worte und Gedanken, die sich in Wunden legen. Es ist niemand mehr da. Meine Eltern sind tot, auch mein Stiefvater, meine Stiefmutter. Ich habe Geschwister. Die leben. Ich kann heute niemanden anrufen. Es ist eine seltsame Leere in mir an diesem Tag und doch sind da viele Gedanken und Gefühle. Manchmal kann ich es einfach nicht fassen, alles das, was da ist, die Fülle, die Leere, es ist eine Gnade, wenn die Worte kommen, ich sie greifen kann um zu begreifen. Es gibt so viele Überschneidungen, Überlappungen mit anderen, auch mit denen, die man nicht kennt. Hier ein Verstehen, da ein Unverständnis, ein Wunder(n). Dort ein geteilter Schmerz, geteilte Gedanken und Freude. Man begegnet sich, man tauscht sich aus, man geht aneinander vorbei, man teilt sich (mit) und etwas vom anderen bleibt in uns und etwas von uns verbleibt im anderen. Zellteilung. Verbindung aufnehmen. Morsen. Zeit mit etwas verbringen. Zeit miteinander verbringen. Zeitteilung. Ich weiß nicht, wohin dieser Text will und das entspricht meiner heutigen Verfassung, wie alles das, was ist und geschieht im Leben etwas anderem, Größerem entspricht. Gestern sagte ich, dass die Dinge sacken müssen, dass wir ihnen Zeit geben müssen, sie sacken zu lassen. Ich lasse sie sacken, hole sie hervor und sehe sie an. Ich versuche zur Ruhe zu kommen. Ein Spaziergang wird mir gut tun. Draußen scheint die Sonne und im Fernsehen weint ein Baby. Ein französischer Film mit einer eigenwilligen, sympathischen Hauptfigur. Liebenswert. Alles hat mit allem zu tun. Aus allem kann man etwas lernen. Manchmal braucht es einen Tag oder zwei. Manchmal dauert es Jahre. Manches lernt man nie. Manchmal muss man über alles lachen. Auch über sich selbst. Gestern hatte ich vor, einen Teil einer (versprochenen) Geschichte über einen Hund zu veröffentlichen und dann kam alles anders. Wie im richtigen Leben. Manchmal wird man fertig, manchmal nicht. So ist es hier und überall. In meinem Leben, in dem der Marktfrau, des Handwerkers und wem auch immer – wir begegnen Leben und wir sind Leben. Dieses Posting will nirgends hin. Nur ins Blog. Dahin lasse ich es jetzt frei. Alles andere dann später. Sofern die Worte wollen.

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Jubiläum! Jubiläum! Mein Blog wird 1 Jahr

Heute auf den Tag genau begann mein „Experiment“ mit diesem Blog. Nach einer gefühlt ewig  l-a-n-g-e-n Schreibblockade war das für mich die Herausforderung und sie ist vollbracht! Die Buchstaben wollen wieder, die Worte wollen wieder. Tolles Gefühl! Vielen lieben Dank an alle Leser und Follower, alle Kommentierer und Diskutierer, alle Gucker, Vorbeihuschenden und Mitlachenden. Es war ein schönes, ereignisreiches Jahr mit Euch mit Ups and Downs, Erfolgen und Scheitern, Tränen und Lachen. Danke, dass Ihr da seid! Für alle die, die nicht mehr dabei sind: Danke, dass Ihr da wart! Und: Es geht weiter! Yeah! Liebe Grüße von den Ameisen im Kirschblütenhaufen. Und von mir.

Plan_B

Sie sitzt am Tisch. Vor ihr der Plan. Sie sieht den Plan an. Der Plan sieht sie an. Sie schüttelt den Kopf. Der Kopf schüttelt sie. Sie zerknüllt den Plan. Der Plan zerknüllt sie. Sie nimmt ein neues Blatt. Darüber schreibt sie: Ich bin der Plan meines Lebens. Mehr nicht.

 

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Boden.satz.

Falls du mich irgendwo suchst – ich bin gerade am Boden. (Wolkenbeobachterin)

Etwas größer als einen Zentimeter bin ich schon. Aber nicht viel mehr. Bin geschrumpft in den letzten Tagen und Nächten. Es hat geregnet, Absagen, gleich drei innerhalb eines Monats. Davon eine Persönliche. Schmerzhaft. Sehr. Am Boden bin ich, zerstreut, zerrührt und aufgelöst. Bezeichnend für Zeiten wie diese: Es ist grad niemand da. In den entscheidenden Momenten des Lebens ist man allein. Vielleicht ist das Quatsch und alle haben einfach nur ihr eigenes Leben, ihr eigenes Armageddon. Jeder muss sich auch und besonders um sich selbst kümmern, ich rede wie eine Erklärung. Wegen der Not. Jetzt und immer sowieso ist Selbsthilfe angesagt. Köfferchen aufgeklappt und los. Ich halte meine Hand, stelle mir Fragen, richte mir liebe Sätze aus und hoffe, dass Antworten kommen. Aus mir. Wie es weiter geht, möchte ich wissen. Wie es weiter gehen soll, versuche ich zu ergründen. Ich schicke Wünsche hinaus in die Welt. Wie ein Kind, wie ein Kind hoffe ich. Ich hoffe und wünsche, dass ich meine Hand nicht los lasse. Nicht jetzt. Nicht ich. Ein paar Entscheidungen treffen. Ein paar Erkenntnisse sammeln und eine Vision daraus legen. Erreichbare Ziele setzen: Mal gegen einen Mülleimer treten. An allem kann man scheitern oder wachsen. Sätze am Boden, zum Aufrichten. Die Katzen an meiner Seite schlafen, als wäre nichts geschehen. Vielleicht haben sie recht, aber ich fühle mich miserabel. Die Zeit lassen, sich Zeit lassen, sich Zeit nehmen. Langsam ins Verstehen gehen. Langsam aufsehen. In der Liste der Lieblingsworte steht derzeit eines ganz oben: Vielleicht. Vielleicht mal wieder Aufräumen, vielleicht mal wieder Umräumen, vielleicht mal wieder Aufbäumen. Alles ins richtige Licht rücken. Der Zug des Lebens ist ja nicht abgefahren. Er hat gerade angehalten. Zwischenstation, mal wieder. Zum Auftanken. Zum in-die-Landschaft-gucken. Zum Durchatmen. Ist ja ganz schön hier. Der Himmel trägt ein paar Wolken, ist doch hübsch. Da sehe ich Berge und eine Schlucht. Einen See gibt es auch und das Meer. Und da, unwegsames Gelände. Ein paar andere Menschen sind auch da. Weiter sehen. Aufstehen. Weiter gehen. Es ist nichts Besonderes, was gerade geschieht. Einfach nur das Leben. Mehr nicht.

 

© mp