ameisen im kirschblütenhaufen

schreiben als antwort aufs schweigen

Kategorie: Experimentelles

herbstbellen

vor dem fenster geht ein hund, der mit seinem herrchen spazieren geht: herrlich, geht die kunde, mit dem hund im herbst für eine stunde eine runde lässig durch die gassi gassi gehen lassen. glück erfassen: menschen sehen, durch die herbstluft gehen. aus dem fenster spähen, auf zehenspitzen stehen. meine eine katze kratzt sich am kratzbaum, die andere liegt schlummernd auf dem sofa. neben dem napf katzencracker, leckerschmecker. ich höre tendenziell die musik von tender im moment. moment! miaut die kleine katze, obgleich ich ihr frühstück längst serviert habe; ich verstehe – es fehlt noch etwas zum glück – das kraulen! kaum kraule ich sie, folgt das schnurrige geräusch, es schnurrt sich kopfüber in die musik und in mich hinein, da springt die katze vom boden hoch, direkt aus der hocke hoch auf den schreibtisch und legt sich kopfüber auf die tischplatte. hold on a minute, singt tender und ich kraule die schreibtischkatze. die katze streckt ihre tatzen in die luft, ich tippe in die tasten, taste mich in den tag, die worte tönen: einkaufen aufm markt. lebensmittel fürs mittagessen nicht vergessen: ich will noch mal malen. ich male mir aus, wie ich später male. wird schön sein wenn ich male, male ich erstmal aufs papier – diesmal mit worten. die vorfreude freut sich wortreich auf den farbenfroh gefärbten vormittag, mittag, nachmittag, abend. erquickend und labend, nein, nicht verausgabend. freude spricht durch die sprache der farben, freut sich die sprache: farben lachen funkelndfroh! die farben geben eine vorstellung, die vorfreude der farben färbt sich vielfach farbenfroh. inneres farbenexplodieren und applaudieren. draußen hupt hauptsächlich ein auto die hauptstraße entlang. automatisch fenster schließen, blumen gießen. worte sprießen, worte und farben fließen aus freude und phantasie aufs papier. bilder genießen, gießen in gedichte und prosa, behände malen die hände auf leinwände. worte und buchstaben haben eigne farben, laben sich an meiner phantasie, ich schreibe wie sie mich durchwandern, mich erkunden, ich sie, für stunden, wieder ein neues wort gefunden, in den text eingebunden. ab mittag malen für stunden. phantasie und wort-und farbenwelt auf der leinwand erkunden.

© mp

(tagebuchnotizen, ende oktober 2018)

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was die taten tuteten

was taten die taten
die tuteten
was tuteten die
taten denn
vom tun tuteten
die taten was sie
gern taten sie tuteten
was sie getan hatten
& was getan werden
musste tuteten sie
es soll gut tun das tun
es tutete laut aus der tute
es tut gut gutes zu tun
tut es & es tat gut
die tute tutete
zu tuten tat gut
das tuteten die taten
& die guten taten taten gut

© mp

was ich mache, wenn ich nicht blogge …

die hälfte der gemalten bilder von vorgestern und heute. (zum gucken für joachim und alle die es interessiert)

 

 

 

aufgeräumt im kopf

mit einem besen fege ich
meine gedanken durch den kopf
zu den ohren & zum mund heraus
bis alles leergefegt ist und ich
denke: was denke ich eigentlich?
wo sind meine gedanken?
wieso ist es so still in meinem kopf?
was hat die gedanken gemacht?
was hat sie weggemacht?
ist alles leer und leicht?
gut!
der kopf ist frei!
die gedanken sind frei.
jetzt ist wieder platz für neue.

© mp

Poesie?

Wellen.

If you don’t become the ocean, you’ll be seasick every day. (Leonard Cohen)

Es gibt Momente im Leben, die besonders sind. Besonders besonders. Weil sie fordern. Weil sie wollen. Etwas von dir. Manchmal schwappt einem das Leben als riesige Welle entgegen, während man am Ufer steht und die Füße vom Wasserstrudel umspült werden. Wird es mich mitreißen? Soll ich weiter gehen? Ist es besser, fest zu stehen? Kann ich schwimmen? Trägt mich die Welle? Als ob man auf alles vorbereitet wäre. Was hast du denn? Was brauchst du denn? Das Leben liefert. Antworten. Fragen. Aufgaben. Und wir? Mittendrin. Scheitern und siegen, falls es so was wie Scheitern und Sieg überhaupt gibt. Vielleicht ist alles einfach nur. So wie wir selbst auch. Wir sind. Du bist. Ich bin. Mensch. Bist du bereit? scheint das Leben manchmal zu fragen. Es tritt an einen heran, hat etwas dabei. Manchmal ist es ein Problem. Ein Problem? Was soll ich verfluchte Scheiße mit einem Problem? Gibt’s nicht was Besseres? Nein. Zeig mir, wer du bist, sagt das Leben. Ich bin da, wo bist du? Ich warte auf dich. Das Leben ist geduldig. Es sieht sich an, wo wir sind, wer wir sind. Es will wissen, wo wir sind, wer wir sind. So, da bist du ja, XY. Ich klopfe mal an, wie die Lage ist. Klopf, klopf. Manchmal fühlt es sich wie eine Kopfnuss an. Manchmal denkt man: Es reicht! Vielleicht Ausdruck unseres mangelnden Vertrauens. In uns selbst. In das Leben. Das Leben weiß. Oder nicht? Woher soll ich das wissen? Ich weiß, dass es manchmal ganz Dicke kommt. Der aufgeschlagene Mensch. Das aufgeschlagene Buch. Wir. Du. Ich. Die Seiten füllen sich, die Seiten leeren sich. Wir überschreiben, radieren, schreiben neu. Wir, auf und in den Wellen unserer Erfahrungen. Ich spüre die Wellen. Ihre Kraft. Ihre Lebendigkeit. Ihre Schönheit. Wie sie sagen: Komm, wir spielen! Komm mit! Und manchmal kannst du nichts anders tun, als weg zu laufen. Dich treiben zu lassen. Oder dir die Taucherbrille aufzusetzen und dich voll und ganz hinein zu stürzen. Und manchmal erkennst du: Ich selbst bin die Welle. Und das da draußen hat Vertrauen in mich und sagt: Es ist alles für dich. Es ist alles für dich da. Ich bin für dich da. Hab Vertrauen. Tu, was du tun kannst. Trau dich. Du schaffst das. Wir schaffen das zusammen.

© mp