Hoffnungsfroh träumen

Träumen. Dort finde ich mich, dort fange ich mich. Dort fange ich an, Bilder zu suchen und zu finden, Blumen zu suchen und zu finden. Worte daraus zu basteln. Verse. Prosa. In meinen Träumen ist alles möglich, auch ich. Ich, die ich bin und werde, ich, die ich war und wurde. In meinen Träumen ist Schön-und Schlechtwetter, es gibt offene und geschlossene Türen, hinter denen Blumen wachsen. Es ist schön, es ist leicht, zu träumen, trotz allem. Es ist schön und leicht zu sagen, dass es schön und leicht ist. Und es ist angenehm zu weinen. In den Tränen verabschieden sich Bilder aus Träumen, korrigierte Sätze, die Stacheln in die Haut ritzen, die als feine Narben bleiben. In den Räumen träumen, versäumen zu säubern, das kommt später, wie alles später kommt und manches auch gar nicht. Gar nicht schlimm, wenn was fehlt, das beflügelt, die Phantasie, die Kreativität, das löst Hunger aus, doch Hunger lässt Schmerz da. Und wo Schmerz ist, da ist auch ein Herz nicht weit, oft, manchmal findet sich auch dort keines, es ist manchmal leichter in den Träumen zu träumen, als in Gegenwart anderer Menschen. In den Wolken Geschichten sehen und finden, in den Augen der anderen lesen und hören, das Erlöste, das Erzählte, das Unerzählte in unzähligen Auslassungen abgelegt. Die Hoffnung frisst Schokolade, wir teilen gerecht, sie und ich, wir sind ein Paar, schon lange. Wir waren auch schon getrennt, haben gestritten, sie wollte zuviel oder ich, so ist es ja immer, das haben wir begriffen. Dass wir einander lassen müssen, gehen lassen, hoffen lassen, lieben und träumen lassen und manchmal wissen wir beide nicht, was wahrer ist. Wir lieben das Träumen, die Hoffnung und ich. Wir schreiben Geschichten und Gedichte, in denen wir lachen und weinen. Wir wissen, was wir aneinander haben. Wir halten einander, beschenken uns und in den dunklen Stunden sitzen wir bei einander, flüsternd bei Kerzenschein.

(Tagebuchnotizen, September 2014)

© mp

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