ameisen im kirschblütenhaufen

schreiben als antwort aufs schweigen

Kategorie: Gefühle

Tagwerk

„Wenn man glücklich ist, so gibt es noch viel zu tun: Das Trösten der anderen.“

(Jules Renard)

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herbstbellen

vor dem fenster geht ein hund, der mit seinem herrchen spazieren geht: herrlich, geht die kunde, mit dem hund im herbst für eine stunde eine runde lässig durch die gassi gassi gehen lassen. glück erfassen: menschen sehen, durch die herbstluft gehen. aus dem fenster spähen, auf zehenspitzen stehen. meine eine katze kratzt sich am kratzbaum, die andere liegt schlummernd auf dem sofa. neben dem napf katzencracker, leckerschmecker. ich höre tendenziell die musik von tender im moment. moment! miaut die kleine katze, obgleich ich ihr frühstück längst serviert habe; ich verstehe – es fehlt noch etwas zum glück – das kraulen! kaum kraule ich sie, folgt das schnurrige geräusch, es schnurrt sich kopfüber in die musik und in mich hinein, da springt die katze vom boden hoch, direkt aus der hocke hoch auf den schreibtisch und legt sich kopfüber auf die tischplatte. hold on a minute, singt tender und ich kraule die schreibtischkatze. die katze streckt ihre tatzen in die luft, ich tippe in die tasten, taste mich in den tag, die worte tönen: einkaufen aufm markt. lebensmittel fürs mittagessen nicht vergessen: ich will noch mal malen. ich male mir aus, wie ich später male. wird schön sein wenn ich male, male ich erstmal aufs papier – diesmal mit worten. die vorfreude freut sich wortreich auf den farbenfroh gefärbten vormittag, mittag, nachmittag, abend. erquickend und labend, nein, nicht verausgabend. freude spricht durch die sprache der farben, freut sich die sprache: farben lachen funkelndfroh! die farben geben eine vorstellung, die vorfreude der farben färbt sich vielfach farbenfroh. inneres farbenexplodieren und applaudieren. draußen hupt hauptsächlich ein auto die hauptstraße entlang. automatisch fenster schließen, blumen gießen. worte sprießen, worte und farben fließen aus freude und phantasie aufs papier. bilder genießen, gießen in gedichte und prosa, behände malen die hände auf leinwände. worte und buchstaben haben eigne farben, laben sich an meiner phantasie, ich schreibe wie sie mich durchwandern, mich erkunden, ich sie, für stunden, wieder ein neues wort gefunden, in den text eingebunden. ab mittag malen für stunden. phantasie und wort-und farbenwelt auf der leinwand erkunden.

© mp

(tagebuchnotizen, ende oktober 2018)

Jahresausklang

Hallo meine Lieben, 2016 liegt in den letzten Zügen, ein turbulentes und aufwühlendes Jahr geht zu Ende. Wie war Euer Jahr? Meines war ein Schweres, mit viel Traurigkeit, Verlusten und Abschieden, Kummer und Tränen, auch mit viel Freude, Musik und Büchern, mit vielen Erkenntnissen, auch Schocks, Fehlern und Einsicht. Ich bin immer noch dabei, mich auseinander und wieder zusammen zu setzen, im Stillen und in Abgeschiedenheit, weshalb es auf meinem Blog ruhiger war und ist als sonst. Ich hatte häufig keine Worte, insofern war das Nicht-schreiben eine zwangsläufige Konsequenz, manchmal sind Rückzug und Ruhe einfach notwendig. Ich haderte mit vielem, auch mit mir selbst, auch mit dem Schreiben. Manches habe ich verstanden und gelernt, anderes noch nicht. Inzwischen ist etwas Ruhe eingekehrt, ich lerne seit ein paar Monaten ein neues Instrument, die Bauarbeiten am Haus sind zu Ende, ich bin nach wie vor Nichtraucherin und will es auch bleiben, ich habe meine Zuversicht wieder gefunden, die Worte sind mir manchmal wieder zugetan, so ganz will es aber noch nicht. Es braucht noch Zeit und Geduld. So ist es mit allem. Ich freue mich, dass Ihr mir trotz der zeitweisen Funkstille erhalten bliebt und viele neue Follower/innen hinzu kamen. Danke dafür.
Ich wünsche Euch allen einen guten Jahreswechsel, einen schönen Ausklang eines aufrüttelnden Jahres, wie auch immer Ihr den Übergang gestalten mögt, macht es so, dass es Euch gut und wohl ist. Lasst es Euch gut gehen! Kommt gut rein ins neue Jahr. Ich wünsche Euch das Beste. Liebe Grüße, Eure Wolkenbeobachterin

Wege.

Aufmerksamkeit. Achtung. Respekt.

i.think.of.you.

Wolfgang Herrndorf ist tot

Ich kann gar nicht ausdrücken, wie traurig ich über diese Nachricht bin. Seine Romane habe ich mit großer Begeisterung gelesen. Auf seinem Blog war ich Dauergast, habe dort verfolgt, wie es ihm ging, wie er mit seinem Romanprojekt voran kam. Und heute die Nachricht, dass er tot ist. Vielleicht durch eigene Hand. Mich hat die Nachricht von seinem Tod sehr getroffen.

Sein Blog ist offline. Abgeschnitten.

R.I.P. Wolfgang Herrndorf. Ich bin sprachlos und erschüttert.

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http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Herrndorf

Sein Blog ist wieder online:

http://www.wolfgang-herrndorf.de/

Gewillt. Getilt. Geteilt. Geheilt.

Dies ist ein Experiment. Hier. Eine Sache zwischen mir und mir. Ja, es ist mir Ernst damit. Ich behüte meinen Hut. Unsichtbar. Ziehe. Ich. Aus. Dem. Hut. Was. Darin. Ist. Wer hat das alles dort hinein gelegt? Wer hat das alles dort hineingelebt? Zögernd ziehen. Zugweise. Zaudern. Zirpen. Sich trauen. Vertrauen. Zu-trauen. Ich. Mir. Dir. Ver-trauen. Ich, die immer verstanden werden wollte. Ich, die immer verstehen wollte. Fazit heute: Ein Satz mit X. Ich glaub, ich steh im Walde. Der Apfel fällt nicht weit vom Birnbaum. Und wenn die Gans gestohlen ist, dann fuchst das den Bauern. This is brainstorming. This is the life. Wenn Du das tust, wovor Du Dich fürchtest, dann fürchtet sich Besagtes und flüchtet. Deal? Aber ja. Jedenfalls so nach und nach. Und ich verspreche, bei mir zu bleiben. Mir zittern die Sätze. Es riecht herbstlich. Der Frühling sitzt mir im Herzen. Die Tür steht sperrangelweit offen und ich angle mir ein Herz. Verhakt. Vertagt. Verliebt. Wenn Du so weiter machst, dann bleibe ich. Ich beginne schon zu träumen. Lass mich doch. Und wenn Du nichts verstehst, macht das rein gar nichts. Wir haben Zeit. Der Himmel ist wolkenlos. Ich bin bereit.

© mp