ameisen im kirschblütenhaufen

schreiben als antwort aufs schweigen

zeichen

warum trauerst du liebes
weil dir etwas verloren?
es wächst das neue nach
für alle ist gesorgt.

nicht immer geht und bleibt
was du dir wünschst
doch es wird kommen
was dir hilft auf deinem weg.

das universum antwortet
auf unsere stillen fragen
wünsche und träume
niemand wird allein gelassen

auch du nicht.

© mp

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„Verlorene Zeit läßt sich nie wieder aufholen”.

(Jules Renard)

flora cash

überlebt

wenn das alte
sich erhebt und geht
& an derselben stelle
etwas neu und frisch
gewachsnes aufsteht
& sich alles mit einer
neuen zarten stimme
erzählt

© mp

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Die magische Tür

Da war einer
der sagte:
Ich gehe durch diese Tür.

Er ging
und war wieder da.

Jetzt bin ich weg,
sagte er,
ging
und war wieder da.

Es reicht!,
sagte er.

Er ging
und war wieder da.

© mp

 

(2010)

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Herbstlich

Gedanklich gelassen sein, ausruhn, sich von Nichts stören lassen,
das ist so ähnlich wie Träumen im Kino.
Im September wechseln die Bäume ihr Kleid, grünbraunrot
ist die Farbe des Herbstes.
Macht Ihr mit beim Umarmen der Bäume ?
Es geht immer der Reihe nach, einer nach dem anderen.
Wenn ich dran bin, dann höre ich dem Baum zu,
was er mir zu erzählen hat.
Für diese Woche habe ich mir nur die Bäume in meiner Straße
vorgenommen, möchte jeden Tag die Umarmungen erledigen.
Und auf das, was die Bäume zu erzählen haben,
freue ich mich besonders.

© mp

 

(Ich habe soeben den Montagsstarter entdeckt und spontan ist der obige Text/Gedicht entstanden. Zwar ist heute Freitag, aber das macht ja nichts. Es gibt vom Montagsstarter ein paar (angefangene) Sätze, die Leerstellen enthalten und ausgefüllt werden sollen. Hier der Link zur Seite, falls jemand schauen möchte: http://blog.martinsminds.de/aktionen/montagsstarter-no-3717-%201928/)

Wir sehn uns …

auf dem Lollapallooza-Festival, oder? Auf geht’s! Ich freue mich!

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“‘

Akzeptanz der Stille

Manchmal gibt es nichts zu sagen, da gibt es dann auch nichts zu schreiben. Das ist zu akzeptieren. Die Stille dient der Erholung, Reflexion und inneren Sammlung. Wie der Körper Schlaf braucht, um wieder gestärkt in den Tag zu gehen, verhält es sich auch mit dem Geist und der Kreativität. Man darf nichts erzwingen.

© mp

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Glück

“Das wahre Glück kostet nicht viel.
Wenn es teuer ist, ist es von schlechter Qualität.”

(François-René Vicomte de Chateaubriand)

Auf dem Hügel über der Stadt

Wie ist das möglich, dass sich die Stadt so verändert hat, während ich immer gleich geblieben bin?
Der Baum sah an sich herunter und seufzte. Dann blickte er in die Ferne, sah auf die Stadt die vom Hügel aus so gut zu erkennen war. Rundherum wuchsen Häuser aus dem Boden, immer mehr, umgeben von unzähligen Straßen, auf denen viele Autos fuhren. Die Bäume, die vorher dort waren, mussten alle weichen.

Alles wächst. Und ich? sagte der Baum zu sich. Die Blätter raschelten.
Und ich? hörte er.
Wer hat das gesagt? fragte der Baum.
Wer wars? antwortete eine Stimme.
Wo steckst du, zeig dich! sagte der Baum.

Da tänzelte ein kleiner Schmetterling durch die Luft. Er kitzelte eines der Blätter des Baumes und flog lachend davon.

Das hat mir gerade noch gefehlt, brummelte der Baum, dass mich ein Schmetterling nachäfft. Dann seufzte er wieder. In dieses Geräusch mischte sich ein anderes.

Kuckuck.
Kuckuck? fragte der Baum.
Kuckuck.

Der Baum konnte keinen Kuckuck sehen, fühlen oder finden.

Kuckuck. Kuckuck. Kuckuck.
Wo zum Kuckuck steckst du? fragte der Baum. Bist du ein Schmetterling?
Kuckuck. Kuckuck. Kuckuck.
Der Baum hob seine Äste an und schüttelte sie. Es klang, als applaudierten die Blätter.
Kuckuck, hörte er wieder.

Der Baum sah nichts. Er lauschte.

Hallo Baum! rief da die Stimme.
Wer, ich? fragte der Baum.
Wer sonst?, fragte die Stimme.
Du kannst doch alles Baum nennen, sagte der Baum, nicht nur Bäume.

Eine lustige Idee,, lachte die Stimme, wenn ich ein Auto Baum nennen würde, oder Blume. Stell doch mal den Baum in die Vase. Oder: Ich setz mich jetzt in die Blume und fahre nach Tapete.

Der Baum hörte ein Kichern.

Zeig dich mal, bat der Baum. Bist du ein Kuckuck?
Nein, sagte die Stimme. Seh ich aus wie ein Kuckuck?

Ich kann dich nicht sehen, sagte der Baum. Geh mal ein paar Schritte, die Blätter hängen so dicht in meinen Ästen, ich kann dich nicht sehen.

Da sah der Baum, dass sich ein Mädchen mit blonden Zöpfen neben die Parkbank stellte, die ihm gegenüber stand.
Ich bin das, rief das Mädchen und wedelte mit den Armen. Rosemarie. Ich bin Rosemarie.

Hallo Rosemarie, sagte der Baum. Schön, dich zu sehen. Was machst du denn hier?
Dich angucken, sagte Rosemarie. Ich mag Bäume so gern. Es gibt kaum noch welche, wo ich wohne.
Danke schön, sagte der Baum, und ich mag Kinder sehr gern. Es kommen nur noch selten welche her, früher war das anders.
Ist wie mit den Bäumen, sagte Rosemarie. Früher war die Straße voller Bäume, Jetzt ist da kein einziger mehr. Nur noch Autos.

Ja, seufzte der Baum. Alles verändert sich, nur ich nicht.
Oh, du dich auch!, sagte das Mädchen.
Ich mich auch?, fragte der Baum überrascht.

Ja. Als ich dich das erste Mal sah, hattest du keine Blätter. Es war Winter, als ich mit dem Schlitten hier war. Da hast du ganz anders ausgesehen und warst doch der Baum, der du bist.

Meinst du?, fragte der Baum.
Ganz sicher, sagte Rosemarie. Jeder verändert sich doch.

In der Stadt sehe ich das, sagte der Baum. Es gibt dort immer mehr Häuser, hohe Häuser und immer mehr Autos. Das ist mir aufgefallen, doch an mir ist mir nicht aufgefallen, dass ich mich verändere.

Dafür bin ich ja da, sagte das Mädchen. Ich hab dich im Winter gesehen, im Frühling und im Sommer und ich werde dich auch im Herbst besuchen. Immer siehst du anders aus, aber immer bist du du. Manchmal lächelst du sogar mit deinen Ästen, manchmal siehst du traurig aus. Aber du bist immer ein wunderschöner Baum.

Und du bist ein wunderschönes Mädchen, sagte der Baum.

Da lächelte Rosemarie und umarmte den Baum. Und als sie später nach Hause ging, drehte sie sich immer wieder um, um dem Baum zu winken.

Bald komm ich wieder!, rief sie.
Da lächelte auch der Baum, winkte mit seinen Ästen und die Blätter applaudierten.

© mp