ameisen im kirschblütenhaufen

schreiben als antwort aufs schweigen

Tag: Berlin

Solidarität

Solidarisch geht anders – raus aus der Krise – nicht zurück
Demo am Sonntag, 24.10.2021 in Berlin.

Mehr Infos hier:

https://solidarischgehtanders.org

berlin kunst

vorgestern in berlin

mal wieder ins museum, dachte ich. also fuhr ich zum nächstgelegenen testzentrum und machte einen corona-test. nur 25 minuten aufs ergebnis warten und dann radelte ich zum museum. auf die ausstellung freute ich mich. vor dem gebäude war wenig betrieb, keine touristen, nur ein paar polizisten, die dort etwas zu besprechen schienen. ich stellte mein fahrrad an der seite ab und ging ins museum. als ich die vorhalle betrat, war der ticketschalter nicht besetzt. und auch sonst wirkte der raum dunkel und unbelebt. mit mir war noch ein pärchen in dieser halle, die ebenso ratlos schienen wie ich, als zwei frauen aus einer seitentür traten. sie schoben einen kleinen wagen mit unterlagen vor sich her und unterhielten sich. ich ging auf sie zu.

„ich würde gern die ausstellung besuchen“,sagte ich.
„die ausstellung ist kostenlos, gehen sie einfach nach oben.“

ich ging also nach oben, in die zweite etage. kein mensch war dort unterwegs. oben angekommen, war die große flügeltür zu den ausstellungsräumen weit geöffnet. kein mensch in der ausstellung, es war still. da trat eine frau aus dem dunkel vor.

„guten tag“, sagte ich.
„ihr ticket“, sagte sie.
„mir ist eben gesagt worden, die ausstellung sei kostenlos und geöffnet“.
„wer hat das gesagt?“
„unten, zwei frauen“.
„sie brauchen ein ticket.“
„wofür brauche ich ein ticket, wenn es kostenlos ist?“
„damit ich sie scannen kann.“
„sie können mich nicht scannen, ich bin ein mensch.“
„sie brauchen ein ticket um in die ausstellung zu kommen.“
„ich brauche ein ticket dafür, dass ich kein ticket brauche?“
„ja, unten ist ein büro, da bekommen sie das ticket.“

in der ausstellung war kein mensch. weder mit ticket, noch ohne. ich habe mich umgedreht und bin dann gegangen.

© mp

kunst in berlin

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um missverständnisse zu vermeiden: das ist natürlich nicht von mir, nur von mir gesehen und fotografiert. 🙂

bester mix ever

solltet ihr zeit haben und lust auf tanzen und gute musik – bitte sehr. über eine stunde musik auf diesem clip. rein hören und mittanzen. 🙂 viel spaß!

was hast du, was ich nicht habe?

letztes wochenende habe ich gearbeitet. samstagabend habe ich mein auto abgestellt, doch die parkplätze sind gerade dünn gesät, weil viele dauernd zuhause sind, wegen homeoffice oder einfach, weil wochenende ist und man sowieso nirgends anders sein kann oder darf. ich parkte mein auto in eine ziemlich schmale lücke, konnte aussteigen, doch der abstand zum auto neben mir war recht klein. ich ging erst mal nach hause, ich beschloss, mein auto später umzuparken und ging kurz heim. dort aß ich etwas, zog mich wieder an und ging raus. am ende der straße fand ich einen freien platz, parkte ein und ging wieder nach hause. am dienstag musste ich wieder arbeiten und ging zum auto. ich startete und das auto war unfassbar laut. ich dachte: ohje, klingt, als hätte sich eine schelle vom auspuff gelöst. oder soll gar der ganze auspuff weg sein? ich stieg aus, das auspuffrohr war sichtbar außen, mehr konnte ich nicht erkennen. ich stieg ins auto und beschloss auf dem weg zur arbeit bei meiner autowerkstatt vorbei zu fahren, was ich auch tat. von dort wollte ich ein taxi rufen, doch es ließ sich keines erreichen. einer der mitarbeiter fuhr mich zur arbeit, das auto ließ ich in der werkstatt. später bekam ich einen anruf. es hatte sich keine schelle gelöst, es war auch kein bruch im auspuffrohr, was ich außerdem vermutet hatte. etwas anderes hatte sich zugetragen: diebe hatten den katalysator vom auto vorne und hinten herausgetrennt und gestohlen. ja, ich war auch geschockt. ein schaden um 400 euro. und viele fragen um das thema, von dem ich zuvor nichts gehört hatte. ich recherchierte etwas und es stellte sich heraus, dass das innenleben des katalysators für die diebe „das interessante“ ist, da es sich zu geld machen lässt. ich dachte, wie kann das sein? mein auto steht an der straße und jemand kriecht da runter oder wie? bei yout. fand ich ein video dazu. weniger als 30 sekunden werden dafür gebraucht. das finde ich leider nicht wieder, aber dafür ein anderes schaut selbst:

um die frage im titel zu beantworten, was hast du, was ich nicht habe? den katalysator von meinem auto. das ist übrigens 20 jahre alt. ob die versicherung etwas von der schadenssumme übernimmt, weiß ich noch nicht. es gibt also noch andere themen als nur corona, corona, corona. die kriminalität in berlin lässt sich von viren nicht aufhalten. nicht das autofahren ist teuer, sondern das auto stehen lassen.

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abendlicht

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abends

der spaziergang
am märkischen ufer
septemberlicht
spiegelt sich
in den wellen
der herannahende
herbst liegt
in der luft

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Streicheln

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…..

der himmel über berlin, gestern abend

 

© mp

.

das war der himmel über berlin, gestern abend. das foto ist unbearbeitet, so sah der himmel wirklich aus. ich habe staunend da gestanden und habe gar nicht mehr aufhören können mit staunen. solch einen schönen, glutroten himmel habe ich noch nie in meinem leben gesehen.

heute ist silvester und ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. deshalb fasse ich mich kurz: danke, für all eure besuche, kommentare, gedanken, für den spaß, anregungen, die diskussionen und die zeit mit euch. für mich war es ein jahr mit vielen tränen, aber auch mit viel freude, lachen und guten gesprächen. es war ein sehr kreatives jahr, ich habe viel ausprobiert, habe gelernt, bin gescheitert, war erfolgreich, bin gewachsen. vermutlich war es gar nicht so anders bei euch. das schreiben von gedichten und prosa war in diesem jahr hier weniger als sonst,  zumindest gefühlt, dafür mehr meiner bilder. ich bin noch nicht sicher, wie weiter im kommenden jahr. ich schau einfach mal, wie es kommt. und ihr: kommt gut ins nächste jahr, ich wünsche euch das beste. und mir auch. eure wolkenbeobachterin

 

tomas espedal in berlin

das erste mal
sehe ich ihn zufällig
im vorraum zur lesung
er huscht vorbei an mir
im letzten moment
sehe ich ihn
aus dem augenwinkel
mit zerknittertem haar & mantel
geht er mit zwei männern
an mir vorbei

ich freue mich auf die lesung
doch ich muss warten
eine halbe stunde noch

dann öffnet sich die türe zum saal
der wie der vorlesungssaal einer universität aussieht
mit den vielen treppenstufen & stühlen
mit dunkelbraun gemaserten holzwänden
zementgrauem boden
& unten zwei tische für tomas espedal & seine begleiter

es geht ein stimmengewirr durch den raum
ich setze mich in die erste reihe
elke heidenreich sitzt drei stühle von mir entfernt
gleich geht es los

doch es geht anders als gedacht
die mikros funktionieren nicht
alle sollen näher kommen
um besser zu hören
ich sitze in der ersten reihe
ich sitze gut
besser kann ich gar nicht sitzen
ich habe den besten platz
& platze gleich
vor freude

tomas espedal sitzt direkt vor mir
nur ein paar schritte entfernt
mit zerwuscheltem haar
er spricht lächelnd

mit seinem übersetzer hinrich schmidt-henkel
der eröffnet den abend
mit vielen fragen

tomas espedal antwortet er spricht
über sein neues buch „das jahr“
& vom dichter petrarca erzählt er
der ihn inspiriert hat
über die ewige liebe nachzudenken
die er sucht & vermisst
doch so sagt er es nicht
so verstehe ich es

tomas espedal spricht leise
als wäre er alleine oder mit einem guten freund
ganz ruhig
mit angenehmer stimme
er ist ganz bei sich
hellwach
sortiert er die worte
vor seinem mund

er schreibt seine romane nicht am computer
er schreibt sie in hefte
krakelig mit der hand auf linienpapier
seine worte prägen sich immer tiefer ein

er erzählt mehr vom italiener petrarca & dessen liebe
zur sehr jungen laura
er liebte keine andere
so wie sie
& später wurde ihm der prozess gemacht
abgeschnitten wurde ihm die männlichkeit

wie bei mir sagt tomas espedal
wie bei mir
bis auf das mit der abgeschnittenen männlichkeit
& dann wird er rot übers ganze gesicht
& beginnt zu lachen
der ganze saal lacht mit
diesem roten lachenden gesicht

ich sitze in der ersten reihe
& tomas espedal nimmt sein neues buch
das gespickt ist mit zetteln
er blättert & beginnt zu lesen

es ist ein roman doch er ist geschrieben
wie ein gedicht & tomas espedal liest
mit ruhiger schöner stimme
in einer sprache die ich nicht kenne
der klang berührt mich
& er liest bis zum ende der seite

dann übernimmt frank arnold
sprecher & schauspieler
ich denke erst: warum
der muss doch nicht
doch ich irre mich
er liest die übersetzte fassung
& seine stimme geht sacht über die worte
setzt gekonnt pausen & liest weiter

es ist als lege sich
eine warme beruhigende decke
auf das publikum
es ist kein geräusch zu hören
nur diese stimme
die mit den worten von tomas espedal zaubert

dann ist er am ende der textstelle
das publikum ist noch ganz eingenommen
plötzlich bricht ein applaus los
auch tomas espedal applaudiert

dieser mann kann ihn mit einer zärtlichkeit lesen
die berührt & umfängt
frank arnold übersetzt jedes wort
& jede pause
in emotion

es folgt eine weitere textstelle
die zu lesen ist & jemand schlägt vor
dass zuerst der deutsche text gelesen werden soll
frank arnold liest wieder
mit dieser angenehmen stimme
es breitet sich etwas friedliches aus
das ganz tief geht
ich bin so berührt von tomas espedals worten
& der interpretation durch frank arnold
ich möchte das ganze buch von ihm vorgelesen bekommen
es ist so schön
es hört nicht auf schön zu sein
dann wird es wieder still

& wieder dieser moment der absoluten ruhe im raum
dann bricht der applaus wie eine welle durch die stille
auch tomas espedal klatscht & sagt:
ich werde nicht mehr lesen
das war so großartig
ich danke ihnen

ich verstehe was er meint
das gelesene legt etwas wundervolles
zu den worten von tomas espedal
er möchte es nicht zerstören

& jemand sagt:
wenn sie bücher signieren lassen wollen
können sie das oben machen lassen
am tisch neben dem büchertisch
ich will

& gehe langsam die stufen hinauf
ich bin so glücklich
diesen abend erlebt zu haben
gleich lasse ich mir die bücher signieren
alle fünf & das neue noch dazu
ich reihe mich ein in die schlange der wartenden

tomas espedal setzt sich an den tisch um zu signieren
& er beginnt mit ruhiger stimme
mit den besuchern zu sprechen
dann kritzelt er mit seinem kugelschreiber widmungen ins buch
ich bin gleich an der reihe
spreche kurz mit den frauen hinter & vor mir
dann bin ich auch schon dran

ich muss sprechen er fragt mich
nach meinem namen

er schreibt in mein buch
er schreibt ein paar worte & meinen namen hinein
in das erste
das zweite
das dritte
das vierte das fünfte & das neue buch
dann schaut er mich freundlich an

ich möchte noch etwas
sagen ich
ach
ich
stolpere ins englische
bedanke mich
& spreche
als wäre ich jemand anders

er sagt: ich danke dir und lächelt
ich lächle zurück & nehme meine bücher
& drehe mich im weggehen noch einmal um

 

© mp

(september 2019)

nur noch dreieinhalb stunden

hallo ihr lieben, heute ist es soweit! der tag des geheimnisses. nein, der tag der lüftung! nein, auch nicht. heute wird das geheimnis gelüftet! jawohl! es flattert im wind und ich lasse es frei! also, worum geht’s? es geht um literatur. das 19. internationale literaturfestival berlin hat die artweek 2019 abgelöst. und jetzt kommts … wer ist dabei? ja ich. also als zuschauerin, als zuhörerin. und wer sonst noch so? wer liest? *trommelwirbel*

TOMAS ESPEDAL!

watt? WER? tomas espedal! einer meiner lieblingsschriftsteller von dem ich alle ins deutsche übersetzte bücher gekauft und gelesen habe. ich raste aus vor freude! wer hätte das gedacht?! also nicht, dass ich vor freude ausraste, sondern dass ich zufällig kürzlich ins programmheft schaute, blätterte und blätterte und auf einmal sah ich den namen! in gottes namen, was war da los? da war was los! also hier in der stadt und in mir! diese unglaubliche freude! im internet versuchte ich dann ein ticket zu bekommen, hätte dafür aber ein ca. 25-seitiges pamphlet durchlesen müssen, in dem ich erkläre, dass ich damit einverstanden bin, dass die ticketverkäuferfirma information einholen darf, ob ich bei trost kasse bin! also flüssig. überflüssig zu erwähnen, dass ich das bei einer summe von ACHT euro etwas übertrieben finde. natürlich hätte ich den test bestanden, aber ich wollte nicht 25 seiten lesen, was ich denen damit alles noch erlaube und so weiter. also fuhr ich zum museum, wo die lesung stattfindet. dort erfuhr ich, dass dort keine tickets verkauft wurden. ich solle mich an den anbieter wenden. den aus dem internet. hmpf. flott bekam ich das infozettelchen rübergereicht, was ich aber gar nicht haben wollte! ich will das nicht online machen, sagte ich fest. da können sie anrufen, sagte die frau. auf dem zettel steht auch eine telefonnummer. das tat ich einen tag später. am telefon war eine freundliche österreicherin. ihr sagte ich, dass ich nicht 25 seiten lesen und unterschreiben möchte, sondern nur das ticket für 8 euro kaufen möchte. sie: es gibt da eine website, da können sie das ticket kaufen. ich sagte: ICH WILL DAS NICHT ONLINE MACHEN! sie: sie können auch das ticket in einer unserer angebundenen verkaufsstellen kaufen. (aha, so einfach, warum nicht gleich so?) würden sie bitte für mich schauen? bat ich sie. sie fand es nicht auf der webseite. dann fand sie es doch, teilte mir den laden mit und ich radelte zur verkaufsstelle, die vier straßen weiter ist. dort gab es reichlich tickets für rock-und popkonzerte. auf literaturfestival war man noch nicht eingestellt. es war nicht so leicht ein ticket zu bekommen, was zum teil auch daran lag, dass man die tickets nicht unter dem datum abgespeichert und sortiert hatte, sondern nur unter dem namen der veranstaltung. super system, finde ich. ich versuchte es mit dem namen: tomas espedal. wie? fragte er. ES-PE-DAL, wiederholte ich ruhig. espenlaub? ja ja, selten so gelacht. dann fiel mir der titel seines neuen buches ein: das jahr. und siehe da, so war das ticket auffindbar im computer. er druckte es also aus: hier, ihr espendahl, sagte der verkäufer. ich geb dir gleich espendahl sagte ich und nahm ihm das ticket ab, warf 8 euro auf die theke und verschwand hinter wehenden fahnen. na gut, es war weniger dramatisch, gebe ich zu. wir haben zusammen über den ollen witz gelacht, ich hab das ticket eingesteckt, bezahlt und dann bin ich mit dem fahrrad nach hause gefahren. ÜBERGLÜCKLICH, dass ich dieses ticket bekommen hatte. ja, und das ist heute abend. die lesung seines neuen buches. ich freu mich riesig und hoffe, ich erwische einen anständigen sitzplatz.

wer tomas espedal ist? ich schrieb über ihn bzw. seine literatur, hier:

https://stadtzottel.wordpress.com/2018/10/29/tomas-espedal/

https://stadtzottel.wordpress.com/2018/11/17/regenseufzer-sinnlich/

https://lesezeichenblog.wordpress.com/2019/02/18/gehen-mit-tomas-espedal/

© mp

 

Kevork Mourad

Kevork Mourad ist ein in New York lebender syrischer (Performance-)Künstler. Derzeit stellt er, im Rahmen der Artweek Berlin 2019, graphische Skulpturen, Zeichnungen und (Acryl-)Bilder, in Berlin unter dem Titel „Fears and dreams“, aus. Aber nur noch für ein paar Tage, nämlich bis zum 15. September, also kommenden Sonntag. Ich möchte allen, die derzeit oder demnächst in Berlin sind, unbedingt diese kleine, feine Ausstellung empfehlen. Bislang kannte ich die Kuchling-Galerie in Friedrichshain nicht, doch das hat sich seit Ende letzter Woche geändert. In den zweieinhalb hellen weiß getünchten Ausstellungsräumen, kann man sich in Ruhe die Bilder des großartigen Künstlers anschauen. Einerseits besteht die Ausstellung aus Bildern in schwarz-weiß, (siehe Video) und aus einigen sehr schönen, collagenartigen großen Bildern (etwa 90 x 90) und einer sehr großen graphischen Skulptur. Auf Fotos sehen die Bilder schon toll aus, doch sie sind umso beeindruckender, wenn man sie sich live und in Farbe anschaut. Weil ich nicht weiß, ob es erlaubt ist, Fotos der Ausstellung zu veröffentlichen, beschränke ich mich hier auf das Video und den Link zu seiner Instagram-Seite. Viel Spaß! Und sollte jemand hingehen, freue ich mich über Rückmeldung, ob und wie es Euch gefallen hat.

Galerie Kuchling, Karl-Marx-Allee 123, 10243 Berlin

Home


https://www.art-in-berlin.de/ausstellungs-text.php?id=11768


(Weitere Videos zu ihm und seiner Performance mit dem Musiker Kinan Azmeh bei Yout.)

https://www.instagram.com/kevork_mo/?hl=de

TENDER in Concert

Kürzlich entdeckte ich zufällig, dass TENDER on Tour sind und auch in Berlin spielen und musste natürlich hin! TENDER, die ich letztes Jahr knapp verpasst hatte. Diesmal nicht! Das Konzert fand am Samstag in der Kulturbrauerei statt, dort im Maschinenhaus, einem überschaubaren Raum unter dem Dach des Backsteingebäudes. Dass es ein eher kleines Konzert würde, war auch daran erkennbar, dass es kein Konzertplakat gab, sondern nur einen handgeschriebenen Zettel an der Eingangstür. Als wir das Maschinenhaus betraten, war noch Zeit am Merchandising-Stand vorbei zu gucken und Getränke zu kaufen. Wir schnappten uns die noch zwei freien Barhocker rechts von der Bühne und unterhielten uns dort im blau-grün-roten Licht des Raumes.

einer der Songs vom neuen Album:

Als TENDER die Bühne betraten, war das Maschinenhaus mit etwa 200 Leuten gefüllt. Eigentlich besteht die Band ja nur aus zwei Personen, aus James Cullen und Dan Cobb, doch sie hatten noch einen sehr engagierten Schlagzeuger und einen Bassisten dabei.
Leider scheint das Maschinenhaus akustisch schwierig zu sein, jedenfalls flog uns anfangs der Bass ordentlich um die Ohren. Doch der Tonmann hatte gute Reflexe, der Sound wurde glücklicherweise schnell besser. Die Band performte souverän ihre Songs und hatten sichtlich Spaß bei ihrer Arbeit (der Schlagzeuger ging richtig ab). Auch live waren die Stimmen super, kleine Ansprachen ans Publikum und es ging weiter mit dem nächsten Song. Über eine Stunde spielten sie ihre aktuellen Tracks, auch von den bisherigen Alben einige Stücke, wie afternoon, erode, nadir, machine, outside, violence und, und, und. Alle tollen Songs leicht variiert vom Original. Das Publikum war begeistert! Und zuletzt gabs auch noch zwei Zugaben. Meine Empfehlung: Geht hin, wenn Ihr Gelegenheit dazu habt! Ticket knapp 18 Euro. Und kauft das Album! Das ist nämlich ganz großartig. Download ca 8 Euro, als CD für ca 10 Euro.

© mp

Demo in Berlin, Samstag 13.10.2018

https://www.unteilbar.org/