Die wüste Geschichte über einen Wüstenkaktus

von wolkenbeobachterin

Es war einmal ein Wüstenkaktus, der stand in der Wüstensonne mit Wonne. Wilde Wüstenfliegen flogen darüber, dahinter, drumherum und dran vorbei. Auch ein Adler kreiste erhaben, grüßte die Wüste und fragte: “Heben Sie Schlangen?” Er hatte einen Sprachfehler und verwechselte manchmal Suchstaben. Ein Flüchtigkeitsflieger.

Über seinen Zechfehler wollte der Adler ein Buch schreiben. Ursprünglich hatte der Adler das hohe und lange Schlangenaufkommen im Buch unterbringen wollen, denn er mochte Schlangensätze, aber dann schlängelte sich alles woanders hin. Der Adler angelte sich eine Schlange und beide bebten lange und glücklich in der Wüste zusammen, beide Herzen in Flammen.

Die Wüste. Es sah aus, als läge hier lediglich Sandkorn an Sandkorn über denen dauernd ein Adler mit einer Schlange kreiste, aber das war ganz und gar nicht so! Nicht nur viele Adler, Wüstenfliegen und Kaktusse, Verzeihung Kakteen, standen herum, es gab weitaus mehr! Es geschah genau dort, an diesem Ort, etwas Spannendes anderes:

Ein mexikanischer Flamencotänzer, war, oh Wunder, dorthin ausgewandert. „Ich habe Sand im Getriebe meines Lebens“, hatte er eines Tages festgestellt. Das ist ein Zeichen!“ Also ging er ins Reisebüro und anschließend flog er in die Wüste. Er hatte Sand gesucht, aber da war er auf Granit gestoßen. Ganz schön hart! Vor Kummer trank er sieben Tage und Nächte lang, dann hatte er kein Wasser mehr und der Mensch unter dem Hut fand in der Wüste fast sein Ende.

Denn eine Schlange aus der langen Schlange kam vorbei, schlanglangte den Hut auf und sagte: “Ey Mexikaner, ist das dein fucking Hut?” Der Mexikaner sah die Schlange und es wurd ihm ganz lange bange. “Hast Du den Bungeespringer gesehen?”, fragte der Mexikaner die Schlange zangebange. Die Schlange schüttelte ihren Kopf so häufig und heftig, dass sie sich einmal um sich selbst drehte und noch mal und noch mal und noch mal und noch mal und noch mal. Inzwischen war sie ganz schmal gedreht und man kann sagen, dass sie aussah wie ein Zopf aus Kopf. Der Mexikaner sah die aufgedrehte Schlange, ihm war immer noch bange, er nahm schnell den Hut und lief davon wie ein Mexikaner, der Angst vor Schlangen hat. Von weitem, im Laufen, sah er eine Oase und er fragte sich: “Kann man sich da besaufen? Sollte ich da hin laufen? Ist das eine echte Wohlfühloase?”

Da klappte hinter einem Stein eine Wohlfühlfliege hoch: “Das ist eine Oase und die ist echt, Mann!” Der Mexikaner schlug mit seinem Hut nach der Fliege und die Fliege schlug mit ihren Flügeln nach dem Hut. Das tat beiden gut, denn es kühlte. Diese Hitze! Einsame spitze. Hut statt Mütze. Fliegenflügel bügeln hinter Wüstenhügeln.

Die Szene der beiden war beendet, also flog die Fliege ihres Weges, der Mexikaner musste laufen, weil er keine Flügel hatte. Alles ging seinen Gang, der Mexikaner auch, mit Hut auf dem Kopf und darin, in der Erinnerung verdrehte Schlangen und ganz präsent: Durst. Da spielte plötzlich Musik vor ihm: “Yes Sir, I can Salza”, hörte er und dachte: “Komisch, ich kenne das Lied unter einem ganz anderen Titel”. Die Musik lief weiter, vor ihm her, hinter ihm, um ihn herum. Überall Musik, er fühlte sich berauscht. Und dann geschah es: Hinterm Tresen stand ein Aufgebot und fragte: “Willst du mich heiraten?”

Der Mexikaner drehte sich um, aber hinter ihm war nur die kopfverdrehte Schlange und eine wilde Fliege. “Die meinen wohl die Beiden”, dachte er und tat einen Schritt hinter die Theke. “Braucht ihr hier Hilfe?”, fragte er in die Hitze. Sie flirrte und der Mexikaner hörte: “Ja”. Er wiederholte “Ja!”, nahm seinen Hut ab, fuhr sich durchs Haar, setzte den Hut wieder auf und rief: “Wer möchte was trinken?” Niemand antwortete, da bediente er sich selbst.

“Geiles Leben hier”, dachte der Mexikaner, „nur soviel Sand. Scheiß Wüste.“ Dann trank er auf einer Bank zwei Liter Limonade. “Löscht keinen Durst”, dachte der Mexikaner.

Und wenn die Schlangen nicht gestorben sind, die Adler noch um Wüstenkakteen kreisen, die Fliegen noch Flügel bügeln hinter den Hügeln und der Mexikaner Flamenco tanzt, dann ist das ganz, ganz schön wüst und das Ende dieser Geschichte.

© mp

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