Wann ist es denn Juni geworden?

von wolkenbeobachterin

Manchmal frage ich mich, ob ich einen verinnerlichten Schlafmodus habe. Nicht, dass ich dauernd müde wäre oder Schlaf meine Hauptbeschäftigung, aber manchmal frage ich mich, wo die Zeit geblieben ist. Ich weiß es natürlich, es ist eine rhetorische Frage, Teil einer Selbstbefragung. Interviews mit sich selbst, nicht nur nachts, wenn man sich wie eine Wühlmaus zwischen Bettlaken und Kuscheldecke dreht. Himmel, wo ist die Zeit geblieben? Sie ist in der Natur geblieben, in wachsenden Haaren und Ungewissheiten, hat sich ausgeformt in Fragen und ein paar Antworten hinter denen wiederholt Fragezeichen tanzen. Die Sichtbarkeit der Zeit in Angefangenem und Liegengelassenem, Ab-und Aufgeschlossenem, besuchten Orten, Gedanken und Gesprächen, in Geschriebenem, Ungeschriebenem, Gelesenem, ach, was frag ich überhaupt. Ich weiß es doch. Ja, und doch gibt es diese Momente, wenn man jemanden trifft (oder sich selbst) und vor der Frage steht: Was hast du eigentlich die letzten Wochen [Monate, Jahre] gemacht und wie man dann das Gegenüber [oder sich selbst] irritiert anstarrt und innerlich die Frage wiederholt: Ja, was habe ich eigentlich gemacht?

© mp

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