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von wolkenbeobachterin

Wenn wir uns begegnen, sind wir nicht immer allein der die das, was wir eigentlich sind. Die Vergangenheit reist mit. All die Lieben, die erfüllten, die unerfüllten. All die Dramen, Spektakel, Schlachten. All die Erklärungen, Verzerrungen, Entlarvungen. Highlights, low lights. Verlorene Sätze, verdorbene Momente, höchste Glücksgefühle, durchdringende Erfahrungen, gute und schlechte. Die, die da waren, sind manchmal noch da, oder tauchen wieder auf. Plötzlich sitzen sie mit uns am Tisch, während wir uns in die Augen sehen. Oder sie klemmen sich ins Telefonat, während wir miteinander sprechen. „Was hast du gesagt?“, fragen wir dann.  „Siehst du mich?“ „Ja, ich sehe dich.“ Die Herzen zittern vor Freude. „Du bist schön!“ Wir sind zusammen. Wir sind allein. Miteinander. Gefühle. Große und kleine. Raue und scharfe. Durch Missverständnisse zum Verstehen. Wahrheiten. Wie viele Wahrheiten verträgt eine Liebe. Wie viel Liebe verträgt die Wahrheit? Sind Wahrheit und Liebe dasselbe? Bist du du oder bist du ich? Bin ich du? Verwirrend. Ich liebe dich. Etwas aus uns spricht. Die Worte sind schön. Zwei, ganz nah beieinander. Genießen. Fühlen. Die Klarheit der direkten Begegnung. Rein. und. Klar. Tief. Wir lieben einander. So. gut. wir. können. Wir halten uns. Für. das. was. wir. sind. im. Fühlen. im. Denken. im. Sein. Mit seinen Wünschen rutscht jemand in die Tiefe. „Hilfe, da ist ja gar kein Boden!“, rufen wir erschrocken. Im Rutschen ein Rufen: „Halt mich!“ Wer oder was soll halten? Im tiefen Brunnen steht am Boden eine Leiter. Da steht sie noch, der Fuß schon auf der ersten Stufe. Der Blick nach oben – Himmel! Die Hoffnung steigt zuletzt über die Trümmer. Wir üben. Nein, wir üben nicht. Wir machen. Doch, wir üben. Jeden Tag üben wir uns. In Geduld. In allem. Es gibt soviel zu lernen. Schöne Aussicht. Ebenen. Bessere Ebene. Uns gefällt, was wir entdecken. Uns gefällt, was wir fühlen. Meistens. haben. wir. keine. Angst. vor. dem. was. wir. finden. Was. wir. sind. Manchmal lernen wir etwas, das wir gar nicht wissen wollten. Das Leben ist ein Übungsfeld, ein Lernfeld, ein Trial-and-Error-Spiel. Für unsere Gedanken. Für unsere Gefühle. Unsere Träume. Alpträume. Wünsche. Unsere eigene Welt. Bezahlt wird mit Lehrgeld, mit Gefühl und Freude, auch Verzweiflung. Und Erkenntnis. Unser Herz wird weiter. Wir atmen durch. Wir bekommen Geschenke. Liebe. Wir bekommen Antworten. Wir fühlen. Wir wachsen. Verwachsen. Wuchern. Wildern. Wundern. uns. Wir leben. Wir fühlen, dass wir leben. Wir leben gern. „Sollen wir nicht von vorn anfangen?“, fragen wir. Wir wollen. Wir wollen neu sein.  Wir sind neu, sehen neu, wenn wir es zulassen. Wenn wir loslassen. Wenn wir es leben. Das Neue. sind. Ich habe die Knospen am Strauch gesehen, die Sonne stand hoch am Himmel. Du hast meine Hand genommen und hieltest sie fest. Wir sahen einander an und lachten. „Wann fliegen wir nach Detmold?“ hast du mich gefragt, – ich war verwirrt. „Ich verstehe nicht“, flüsterte ich, als ein Flugzeug über unsere Köpfe flog. „Denkst du, wir sehen, was da ist?“, fragte ich dich. „In Detmold gibt es viel zu sehen,“ sagtest du. „Ich meine, du und ich“, sagte ich. „Ja, du und ich, wir sehen, was wir sehen können.“ Dann klappten Bilder aus uns heraus, kleine Filme, mit Menschen, die schon mal da gewesen waren. „Wo bist du?“, rief ich. Ich winkte. Da winkte jemand zurück. Wer war das? Wer ist das? „Bist du noch da?“ Nervös streift unser Blick das, was da ist. Das, was wir sehen. „Ich bin nicht allein, du bist nicht allein“, ruft jemand.  „Meinst du mich? Bin ich gemeint?“ Dann habe ich dich gesehen. Wir liefen aufeinander zu. Wir hielten einander fest, umarmten uns stürmisch, wir sahen uns an. „Wer weiß, was Liebe ist?“, fragtest du. „Die Liebe“, sagte ich.

 

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