wie.die.dinge.standen.bevor.sie.fielen.

von wolkenbeobachterin

gestern abend sah ich auf arte eine reportage über elephant and castle. elephant and castle ist ein stadtteil in london. einer, in dem vornehmlich arbeiter lebten, danach wenigverdienende, dann sozialhilfeempfänger, alte leute. die immobilienmakler haben irgendwann diesen stadtteil entdeckt, häuserzeilen und „landschaften“ für diesen stadtteil entworfen, in denen gutverdienende wohnen konnten bzw. können, sofern sie bereit waren / sind, eine wohnung oder ein haus dort zu kaufen. doch wohin mit den sozialhilfeempfängern? wo sollen die wohnen? ach die. margaret thatcher hatte in den 80ern empfohlen, eigentum zu privatisieren. wohnungen zu verkaufen. immobilienhandel zu betreiben. nun konnte eine vierkörpfige arbeiterfamilie endlich in eine kleine sozialwohnung ziehen und dafür 400.000 pfund bezahlen. wie lange muss man dafür arbeiten? zu lange. es gibt fast keine wohnungen mehr in london. zu wenige. gentrifizierung. überall. auch ich denke ans umziehen. vier mieterhöhungen, seitdem ich eingezogen bin. inzwischen zahle ich fast das doppelte an miete seit einzug, aber im vergleich wohne ich immer noch günstig. in den letzten jahren sind die mieten quasi „explodiert“. auch in meiner stadt sind die immobilienmakler fleißig. es gibt ganze straßenzüge, die anderen ländern gehören. großbritannien. dänemark etcpp..  im städte-und ländervergleich „lohnt“ es sich, woanders zu kaufen. straßenzug. zug um zug verändern um-zug. die landschaft ist überzogen von überzogenen mietpreisen. die stadt, in der die immobilienmakler niemals schlafen. ich frage mich, ob die zukunft in kollektiver überschuldung liegt, weil kein mietraum mehr verfügbar ist. wir, demnächst, alle immobilienbesitzer?

 

© mp

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