Über.die.Kunst.der.Veränderung.en.

von wolkenbeobachterin

Andy Goldsworthy hat einen Auftrag. Er geht in die Natur und inspiziert sie. Er geht mit wachem Blick durch Wälder, über Wege, durch Landschaften. Mit dem Auftrag von Außen und seinem persönlichen inneren Auftrag setzt er seine Ideen um. Dabei verwendet er i.d.R. Materialien aus der Natur, u.a. Steine, Hölzer, Blätter. Das, was er erschafft ist Kunst, künstlich und natürlich zugleich. Das, was er erschafft, wird wie natürlich in die Landschaft eingebunden, – eine Art existierender und verschwindender Teil zugleich.

Andy Goldsworthy ist Künstler und Fotograf. Er ist einer der wichtigsten Künstler/Vertreter im Bereich der Landart, zu deutsch Naturkunst. Die Dokumentation Rivers and Tides beschäftigt sich mit ihm und seiner Kunst.

Landart/Naturkunst, ist eine Kunstströmung der bildenden Kunst, die Ende der 60er Jahre in den USA entstanden ist. Naturkunst, was ist das?  Eine Kurzdefinition: Wiki erklärt, dass Landart, die Umwandlung von Natur in Kunstwerk sei.

Goldworthys Aufträge sind sehr unterschiedlicher Art. Beispielsweise erinnere ich den Wald, durch den ein kleiner Fluss floss. Angefangen vom Wasser aus, bis in den Wald hinein begann er Steine aufzuschichten, erschuf eine Mauer, die, wie aus dem Wasser gewachsen aussah und sich zum Land, zu den Bäumen hin streckte und schlängelte. Goldsworthy baute eine Mauer ohne Zement oder sonst ein verbindendes Element zu den Bäumen hin, um die Bäume herum. In Wellenlinien schichtete er Stein auf Stein. Wunderschön! Am Strand sammelte er flache Steine und schichtete diese zu einer Skulptur, die der Form eines Ei’s, – dem Symbol für das Leben -, ähnlich war. Er legte die Steine behutsam aufeinander, rundherum aneinander, schichtete von Innen nach Außen, – eine wackelige Angelegenheit, die viel Konzentration erforderte.

Stundenlang und geduldig sitzt er an seinen Arbeiten und dann kommt eine Welle und nimmt die Steine / Skulptur mit und er beginnt wieder von vorn. Er macht sich frühmorgens auf, um eine Eisskulptur zu schaffen, die durch die aufsteigende Sonne langsam schmilzt. Er legt einen schmalen Weg aus gelben Blumenblüten. Dann irgendwo ein paar rote Blüten. Er fertigt flache Gitter aus Hölzern, die er sammelt.

Häufig existiert seine Kunst / sein Kunstwerk nur kurz, mitunter reicht die Zeit nicht mal aus, um ein Foto davon zu machen. Es ist schwer zu beschreiben, was er alles macht und wie er es macht, es ist umfangreich und sehr facettenreich – ich empfehle den Film über ihn anzuschauen „Rivers and Tides“. Bei Yout. gibt es die gesamte Dokumentation, gestückelt in sieben Teile. Oder einfach in die Videothek gehen und den Film ausleihen.

Ich wusste nicht, dass es diese Kunst (Natur-Kunst, engl. „Land-Art“), überhaupt gibt, bis zu diesem Film. Ansprechend finde ich neben der großen Ästhetik seiner Kunst zweierlei: Einmal, dass er (von) der Natur „nimmt“ und ihr wieder zurück gibt – welches, – wenn ich das richtig erinnere, auch das „Motto“ der Aborigines ist.

Außerdem: Das Leben ist sein Thema. Werden und Vergehen, Schaffen und Zerstören,  – der ewige Kreislauf. Etwas zu erschaffen und davon auszugehen, dass es nur kurz existieren wird, ich finde, das hat eine bestimmte Qualität, die ich kaum in Worte fassen kann. Es geht nicht darum, etwas zu Schaffen, was über-dauert. Er er-schafft und sieht dabei zu, wie es vergeht. Und das macht er seit Jahrzehnten. Mit seiner ästhetischen Kunst verschönert er die ohnehin schöne Natur. Und Veränderung ist etwas, das für ihn dazu gehört. Es ist Kunst für den Moment.

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Hier ein paar Fotos seines beeindruckenden Schaffens:

http://www.bing.com/images/search?q=andy+goldsworthy&FORM=HDRSC2

Danke an Wildgans, die Nancy Holt gedachte, die Naturkunst fotografierte und mich damit an Andy Goldsworthy erinnerte.

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