winter.lich.t.

von wolkenbeobachterin

es liegt schnee. seit knapp drei tagen ist winter. endlich, denken manche. ich hatte ihn nicht vermisst. mir ist ein dezember und auch ein januar mit angenehmer temperatur auch genehm. jetzt liegt schnee. die straßen sehen vermatscht aus, die menschen gehen langsamer und alles ist leiser. wenn der sound der stadt heruntergedreht wird vom himmel,  ist es  himmlisch ruhig, oder sagen wir, es ist angenehm, dass es etwas ruhiger ist. ich gehe langsamer als sonst, setze meine füße vorsichtig in den schnee. rutschfeste sohlen sind jetzt hilfreich. ich habe nur leider keine schuhe mit ebensolchen. es geht ja auch anders. behutsam. langsam. wenn man langsam geht, sieht man mehr, sieht man anders, die stadt fühlt sich anders an. schneemänner habe ich noch keine gesehen, aber gestern, einen fotografen, der mit seiner kamera fotos auszumachen versuchte. als ich an ihm vorbei ging, während er seinen blick in den sucher der kamera hielt, sagte ich: „endlich schneebilder, oder?“ und er sagte: „ja, endlich“, und fotografierte weiter. es geht alles langsamer, es geht alles ruhiger und weißer. die stadt ist weiß angestrichen, in den straßen liegt matsch, aber so kalt wie vor zwei jahren ist es nicht. es liegt schnee. seit knapp drei tagen ist winter. es winterlicht. die welt lacht in weiß. vielleicht baue ich später einen schneemann. und ein paar schneebilder habe ich auch schon gemacht.

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